Geschichten aus dem Lande und der Welt

Samstag, 25. Oktober 2014

25102014

Herr Juncker und dem Fischer syn Fru


Ich sah diese Woche den Herrn Juncker im Fernsehen. Sie wissen schon, den künftigen EU-Kommissionspräsidenten. Also nicht, dass das was Besonderes ist, den Herrn Juncker im Fernsehen zu sehen. Der ist da öfter. Weil so viele ihn mögen. Und weil er einen sagenhaften Aufstieg in der Politik gemacht und so viel zu Europa, wie es heute ist, beigetragen hat. Juncker gilt gern als der Stille und Bedachte, so dass ihm kleine Skandale noch weniger schaden als anderen Politikern. Und er hatte auch keine Scheu, sein luxemburgisches Wahlvolk gelegentlich nachdrücklich auf ihre Wahlpflichten aufmerksam zu machen, wobei er auch schon mal, so oder so, seinen Posten als Premier zur Disposition stellte. (Aber auch das haben andere schon getan.) Ihm selbst konnte nie etwas passieren, nehme ich an, weshalb es sich leicht so argumentieren lässt. J. hatte immer schon die Füße in mehreren Türen. Der brauchte nicht drauf zu warten, dass sich eine neue öffnete; er war immer schon halb drin.

Aber was wollte ich eigentlich sagen? Ahso: Juncker hat mich nie sonderlich interessiert, aber neulich, als ich ihn sah, hätte er mir nicht direkt gegenüber stehen dürfen. da sagte er:
"Volkswirtschaften, in denen nicht investiert wird, können nicht wachsen. Volkswirtschaften, die nicht wachsen, können keine Beschäftigung sicherstellen"

Erst einmal sagte ich "NEIN!". Ganz einfach in meine leere Stube hinein. Was ich gar nicht so selten tue, einfach mal sagen, was gesagt werden muss.
Und dann sortierte ich.
Herr Juncker, der also gern EU-Kommissionspräsident werden möchte, weiss ziemlich genau, warum bei den Europäern die Akzeptanz für Europa so gering ist. Denn Europa regelt so viel Klein-Klein-Kram, kümmert sich aber viel zu wenig um die großen Dinge. Juncker will weg von den Gurken-gerade-Biegern hin zum Mindestlohn für alle Europäer. Wobei Juncker vielleicht noch am Wenigsten das Wohl der derzeitigen Unter-Mindestlöhner, sondern den Absatz im Auge hat. (Wir erinnern uns: Erst Absatz bringt Profit.)

Und so werden wir auch im 21.Jahrhundert fröhlich weiter eine Politik praktizieren, die nichts anderes zur Folge hat, als unseren Planeten (der eben nicht mit wächst!) noch mehr zu verdrecken, noch mehr zu betonieren, noch mehr irgendwelchen Interessen unterzuordnen, die nicht die der Allgemeinheit sein können.
Übrigens hat Juncker in seiner gesamten Laufbahn noch ziemlich wenig zur Globalisierung gesagt. Woraus man herleiten könnte, dass es ihm noch am Wenigsten um die Menschen, sondern um Profite (auch persönliches Profitieren) geht. Was auch scheren ihn die Menschen in aller Welt, wo er doch schon seit jeher Politik in Europa macht?

Genau genommen scheren ihn vielleicht einmal die Menschen in Europa. Schließlich stammt von ihm das Zitat:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Zu dumm, dass immer mehr nun doch wegen TTIP aufschreien.

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Was das mit dem Fischer seiner Frau zu tun hat?
Naja, die wollte am Ende auch Gott sein.

Samstag, 24. Mai 2014

24052014

„Was ist schon demokratisch?“



So beginnt ein Brief, den ich heute von Lobbycontrol ( https://www.lobbycontrol.de/ ) erhielt.



Zitiert wird da Peter J.Esser, Vertreter der deutschen Industrie bei den TTIP-Verhandlungen. Er lacht zu diesem State und findet es offenbar ganz prima, dass das Wahlvolk zu Inhalt und Stand der Verhandlungen so im Unklaren gelassen wird. Und nicht nur das Wahlvolk. Angesichts mancher konkreter Fragestellung der letzten Tage an Politiker, die es besser wissen müssten, weil ihre Parteien für das TTIP sind, wenigstens ein bisschen, wurde klar, dass die Politik ebenso wenig involviert und informiert ist. Gleichwohl hört man aus den Reihen der Befürworter, dass das Abkommen Wohlstand und Arbeitsplätze schaffen soll und deswegen eine gute Sache ist.

Den Wohlstand glaube ich schon, aber gewiss nicht für jeden. Für solch eine wohlmeinende Meinung reicht die Art und Weise der quasi-geheimen Verhandlungen nicht aus. Denn bislang war ich es gewöhnt, selbst zu prüfen, was für mich selbst am Besten ist. Wenn da über meinen Kopf hinweg und jenseits auch nur meiner Kenntnis Dinge beschlossen werden sollen, dann sind diese Beschlüsse ja wohl keine, die auf mich zugeschnitten werden. Nicht, dass ich von Politik allzu viel in dieser Hinsicht erwarten würde.



Gleichwohl ist die strikte Geheimhaltung nicht allein einzigartig, wenn man bedenkt, dass die bislang nur wenig involvierte Politik sie dann in aller Konsequenz mittragen und durchsetzen müssen wird. Sie lässt bei mir auch alle Alarmglocken schrillen in Betrachtung dessen, wie heute Politik gemacht wird. Denn was wir bislang nur zögerlich zugeben mussten: dass nämlich Politik nie, aber auch nie von den Politikern gemacht wird, sondern von der sie umgebenden Lobby, tritt nun mit solcher unverblümten Klarzeit zutage, dass wir alle fürchterliche Angst kriegen sollten. Hier wird nicht einmal mehr der Schein gewahrt, sondern ganz offen das wirtschaftliche Interesse in den Vordergrund geschoben.



Und: Wenn – ich wage angesichts der konsequenten Geheimhaltung zu behaupten: absichtlich durchgesickerte – Informationen über Chlorhähnchen, Genmais etc. uns schon empören, reicht mein Vorstellungsvermögen nicht aus für das, was sonst noch im „Paket“ drin steckt. Was ist mit der Überwachung von Pharmaerzeugnissen, der Kulturförderung, gar nicht zu reden von „falschen Gesetzen“, die ganze Nationen in den Ruin treiben können?



Mehr denn je bin ich der Meinung, dass ich diese Kröte nicht schlucken will.

Und mehr denn je bin ich davon überzeugt, dass wir vor dem morgigen Tage – möglicherweise auch unabhängig von sonstigen politischen Präferenzen – prüfen müssen, wie UNSERE PARTEI zum TTIP steht. Denn Politiker, die sich blind den Entscheidungen der Wirtschaft hingeben, sind unseres Vertrauens nicht würdig.

Samstag, 22. März 2014

22032014

ich werde von wildem vogelgezwitscher und klopfen gegen meine fensterscheibe geweckt, schaue nach draussen und sehe es bindfäden regnen.

manchmal, denke ich, spielt das wetter der politik in die hand.
denn natürlich demonstriert es sich bei schönem wetter besser und der gute wille ist einfach gegenwärtiger, wenn die sonne scheint. bei gutem wetter entwickelt sich so eine friedliche demo zu so einer art volksfest, während diese bindfäden da einen - trotz regenkleidung - binnen kurzem vollkommen durchnässen und die plakate sowie anderes zubehör zerstören.

dabei ist und bleibt der gegenstand der sache es wohl wert: während allerhand alternativstrom-nutzer so stolz darauf sind, dass sie für ihren windstrom bewusst so viel zahlen, ist ihnen der trick gar nicht bewusst: natürlich kann ich leicht die eine sache teurer und die andere billiger machen, wenn die staatlichen subventionen so unterschiedlich gestreut sind. hier: es wird das vierfache der subventionen in herkömmliche energien (kohle-/atomstrom) gestopft und obendrauf noch eine lüge gepackt: herkömmlicher strom sei zur bedarfsdeckung nötig. was einfach nicht stimmt. die deutschen stromhersteller exportieren massenweise.
gar nicht zu reden von den folgekosten für die gesundheit, die sich aus der herstellung eben des stroms ergeben, von dem wir uns erklärtermaßen eigentlich abwenden wollten.

während mir diese dinge durch den kopf gehen, will mir scheinen, der regen wird ein bissel weniger und am horizont klart es auf.

https://www.campact.de/energiewende/demo/protestieren-sie-mit/

Freitag, 14. März 2014

14032014 ... oder: Die Fukuschima-Lüge

weil es mich so anstrengt, lese ich ja keine bücher mehr, sonder lasse mir vorlesen. folglich kaufe ich auch keine bücher. letzthin jedoch machte ich eine ausnahme, weil nicht damit zu rechnen ist, dass das erworbene stück dermaleinst als hörbuch erscheint.
es geht da um die größten journalistischen "geheimnisse". und da ich verschwörungstheorien liebe, musste dies buch natürlich mit.

wie sich heraus stellt, ist es mit den geheimnissen dann doch nicht so weit her. wäre ja auch zu einfach: da gibt es eine verabredung, etwas zu verschweigen, und plötzlich erscheint eine sammlung von diesen verabredungen als buch.
aber gut.

trotzdem finde ich die gedanken zu fukuschima ... na, sagen wir mal: interessant.

die these ist, fukuschima, und damit sei ja immer das kraftwerk gemeint, habe es "nicht gegeben". (natürlich zuckte ich da ein wenig zusammen.) hernach relativiert der autor: es habe ein seebeben gegeben und danach einen tsunami. ein seebeben der stärke 9,5; damit sei nicht zu rechnen gewesen. so etwas habe es seit beginn der beben-aufzeichnungen noch nicht gegeben. auch nach sehr, sehr langen betrachtungen könne kein mensch sagen, wie viele opfer dem beben, dem tsunami und letztlich dem kraftwerk zuzurechnen seien. gleichwohl hätten mehr oder weniger alle medien allsogleich die gesamtzahl der opfer dem kraftwerk zugeschrieben, was dazu geführt habe, dass sich ein weltweiter protest gegen atomkraftwerke gerichtet hat. insbesondere die deutschen grünen wären gerne auf diesen zug aufgesprungen.
aber, so der autor, fukuschima sei nicht tschernobyl.

wo er recht hat, hat er recht, denke ich mir. und vermutlich wäre die zahl der opfer auch ohne das kraftwerk fünfstellig gewesen. gleichwohl finde ich die herunterrechnerei der tatsächlichen strahlenschäden auf einstellige opferzahlen ,wenn möglicherweise auch richtig, schlechterdings kleinlich. und die erhebung der künftig in folge von fukuschima zu erwartenden zusätzlichen krebsfälle (die man ja auch nicht zweifelsfrei dem GAU zurechnen könne!) ist für mich geschmacklos.

hernach ist da nur noch von "psychoterror" in form von "panikmache" die rede, indem das weltweite publikum bewusst dem irrtum aufgesessen wäre, fukuschima war von menschen gemacht.

aber nein, wir erinnern uns: ein seebeben der stärke 9,5 könne schließlich keiner voraussehen.

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es gibt die wenigen momente im leben, kommt mir da in den sinn, in denen ich für "falsche" berichterstattung dankbar bin. zu sorglos gingen wir in all der zeit mit atomstrom um. und zu fern war tschernobyl, das ja in europa nie und nimmer hätte passieren können, weil der westen in allem so viel besser ist. und weil der autor eben nicht über das fehlen von endlagern und überhaupt alles spricht, was havarien in atomkraftwerken jederzeit anrichten können, empfehle ich denen, die es können, die demos zur rettung der energiewende am 22.März. (Düsseldorf, Hannover, Kiel, Mainz/Wiesbaden, München, Postsdam)

Donnerstag, 6. Februar 2014

06022014

" berlin ist ein dorf.", sagte meine mutter zuweilen. was sie nicht aus eigenem ansehen wusste (war sie überhaupt jemals dort?), sondern von ihrer tante, die - ende des 19.jahrhunderts geboren - mit ihren drei ehemännern viel herum gekommen war. (nein, nein, damals ließ frau sich nicht von ihren männern scheiden, sondern begrub sie.)

gewiss ist jedoch, dass dieser spruch auch nicht von der tante stammte, sondern einer allgemeinen erkenntnis entspricht, die auf so ziemlich jede großstadt zutrifft: jeder stadtteil hat ein eigenes einkaufszentrum, eigene festivitäten, eigene sonderlinge und eigenen tratsch. so ganz anonym ist es auch in einer großstadt nur für den, der die einsamkeit sucht.

dass großstädte ihren weltmännischen charakter jedoch gerne herausstellen, sieht man dann, wenn zu ereignissen (gerne verbunden mit irgendwelchen preisverleihungen) internationales publikum eingeladen wird.
da bleibt otto normalverbraucher üblicherweise in seinem kiez und schaut sichs im fernsehen an, wie ich ja auch. (warum also sollte ich in die stadt ziehen?)

und wirklich kann uns aller anke es ja inzwischen mit den großen verleihungen beinahe aufnehmen. flockig locker plappert sie zwischen englisch und deutsch hin und her, bezieht das internationale publikum beim gang durch die reihen mit ein.

john hurt hängt an ihren lippen. bei tilda swinton, die lieber david bowie sein möchte, weiss man nicht, ob ihr anke oder die unerwartete aufmerksamkeit missbehagt. bill murray mag beides nicht, weder anke, noch die aufmerksamkeit. (und tatsächlich war es ein wenig despektierlich, dass anke ihn auf das kurz zuvor genommene getränk ansprach. was war das wohl? - wie taktlos, denke ich. und auch: da muss sie noch ein wenig hollywood schauen. so etwas würde da keiner machen.)

ganz zwanglos, zwischen allerhand geplapper, begrüßt a. die anwesende politprominenz und nennt später jeden sponsor beim namen, was vermutlich nicht nur ich ein wenig peinlich finde.
und irgendwann, und zwar sehr schnell, ist dann auch die luft schon raus. bei anke, bill murray (der in die kamera gähnt) und mancherlei kaugummikauendem deutschen darsteller, der schon nicht mehr damit rechnete, in einen kameraschwenk zu geraten.

die frau staats-wasauchimmer für kultur und zeugs gibt lippenbekenntnisse ab (sie preist kunst und künstler, die der notwendige stachel in wessen fleisch auch immer seien) und ein paar größen vom film-himmel bauchpinseln und knutschen sich auf der bühne gegenseitig.

anke, in einer stunde des nicht mehr ganz altersgemäßen jugendgetues sichtlich verfallen, droht schließlich noch an, dass man sich wieder sähe. wenn die bären verteilt werden.

wirklich?

nö, muss nicht sein.

Mittwoch, 29. Januar 2014

29012014

irgendso ein schmächtiges kerlchen aus der CDU/CSU-Fraktion verkündete heute: "Das Gesetz ist nicht ausgereift. Es muss nachgebessert werden.", nachdem frau nahles erklärt hatte, die lebensleistung der menschen müsse mehr anerkannt werden.

vermutlich ist es zufall, dass die zahl, die das neue gesetz kostet (160 milliarden), in ein drittel bildschirmgröße eingeblendet wird.

jaja, wir reden von der rente.
und dass mir spontan beim hören dieser immensen kosten aus meinem frechen mundwerk rutschte: "eine bank weniger gerettet und schon habt ihr die knete wieder drin.", ist natürlich mehr als unangemessen.

irgendwann einmal werde ich nachdenken über angemessenheiten, lebensleistungen und (un)ausgereifte gesetze und äußerungen. und inzwischen verlasse ich mich auf nichts.
denn: alles ist im fluss.

vielleicht,ja, vielleicht sollte sich leistung wieder lohnen.
aber: welche leistung?

Mittwoch, 28. August 2013

28082013

schaltet man bei all den hochbeliebten amerikanischen krimi-serien den optischen faktor aus, dann bleiben geschichten übrig, die sich hochgescheit geben(der erste eindruck ist stets der falsche; sonst käme man auf keine dreiviertel stunde sendezeit), aber einem ewig gleichen muster folgen und mit platten dialogen gespickt sind. das kann, wenn schon die spannung wegfällt, zumindest für eine gewisse heiterkeit sorgen.

nicht heiter jedoch ist, dass bei verfolgungsjagden im regelfall der verfolgte tot(!) geschossen wird. abgesehen davon, dass ich diese hochsolide schießausbildung in ihrer wirksamkeit in stresssituationen bezweifle, frage ich mich doch oft auch, warum (wenn sie denn alle so gut schießen) die nie auf arme oder beine schießen. der verfolgte, meist selbst bewaffnete gegner würde so ausgeschaltet und könnte seiner bestrafung zugeführt werden. zuweilen reicht schon ein verdacht und die tatsache, dass einer flieht, um ihn zu töten.

eine nation, die bewaffnet ist und das recht jedenfalls auf ihrer seite sieht, nimmt es mit menschenleben wohl nicht so genau? da hilft es dann auch nicht, dass es sich bei den schützen durchweg um schrecklich nette, schöne, coole menschen handelt, die nach dem schuss brav zum psychologen gehen.

Montag, 26. August 2013

26082013

ich bin ein opfer. ja, und gleich in doppelter hinsicht. ein opfer des systems. und wie!

zum einen des finanzsystems, das da beschlossen hat, meine verkäufe aus kunst kühn zu schätzen, da man meiner steuererklärung nicht habhaft werden konnte.
ich bitte sie! wir reden vom jahr 2012! da ist doch noch luft drin.
man machte sich nicht einmal die mühe, mir eine strafe anzudrohen wie im letzten jahr. nein. man stellt mich vor vollendete tatsachen und einen rechtsgültigen bescheid, den ich nun anfechten muss. wie mühsam und lächerlich zugleich.

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noch schlimmer aber ist das gesundheitssystem.
die haben beschlossen, ohne mich zu fragen, dasss meine lang bewährten tabletten "substituiert" (also minderwertig ersetzt) werden können. mit dem resultat, dass ich nun allerhand nebenwirkung feinster art mit mir herumschleppe von einem angeblich gleichen wirkstoff.
kann ja sein, dass irgendwo was gleiches in den neuen tabletten drin ist. aber da ist offenbar auch allerhand sehr anderes drin, das mir einen reizdarm beschert (feine sache im beruflichen alltag!), permanente erkältungssymptome, rückenschmerzen uswuswusf. man muss da nur erst einmal drauf kommen, dass diese allgemeine unwohlsein von tabletten kommt, die einem zur gesundheit verhelfen sollen. am wochenende ging ich also ganz, ganz langsam durch, was in meinem zuvor so zufriedenen leben ich geändert hatte. und da fiel es mir ein. die erfahrungsberichte auf einschlägigen internetseiten bestätigten meine befürchtung.

und nun werde ich mal mit meinem arzt sprechen, ob und wie ich dieses dreckszeug wieder loswerde, ohne die bisher gut vertragenen früheren tabletten selbst bezahlen zu müssen.
schließlich: die alternative ist doch die, dass ich künftig wegen mancherlei zipperlein oder gar ernsthaften erkrankungen gehäuft beim arzt vorstellig werden muss. von meinem befinden gar nicht zu reden. und vielleicht medikamente gegen die nebenwirkungen nehmen. und vielleicht nicht auf arbeit gehen kann, weils mir so schlecht geht.

und das alles wegen ein paar gesparter euro.

ich werde berichten.




übrigens, um das elend voll zu machen, steht in meinem finanzamtsbescheid, dass ich mit der zahlung meiner beiträge in die gesetzlichen kassen(!) im letzten jahr mein vorsorgepensum ausgeschöpft habe. es ist also vollkommen gleichgültig, um wievieles an mehrkosten mir entstanden ist ... künftighin wird es nicht anerkannt werden. d a s sind die steuererhöhungen, von denen keiner spricht. natürlich nur für den kleinen mann. die großen schieben ihre kosten weiterhin in mutter- und tochterkonzerne bis es passt.

Montag, 12. September 2011

120911

Heute war ich beim Friseur. Ein großes Ereignis, denn da war ich seit 15 Jahren nicht mehr. Und ich habe beschlossen, wieder öfter hin zu gehen. Denn wenn man schon keine Nachrichten hört und sieht, sollte man sich wenigstens lokalpolitisch auf dem Laufenden halten, einerseits. Andererseits hört man da Geschichten, die so erstaunlich sind, dass frau sie kaum glauben kann.

Hörte ich doch heute von einer Ehe, die gerade auseinander geht. Was ansich ja nichts Erstaunliches ist; dieses Schicksal teilen die Betroffenen mit allerhand anderen. Und sowieso ist ja nicht das WAS interessant an so einer Geschichte, sondern das WIE. Den Teil mit „eineFrausuchtSelbstverwirklichung“ lasse ich mal weg. Kennen wir. Alte Sache das seit Madame Bovary und gibt’s auch in weniger gebildeten Kreisen. Da wird die Intelligenz halt durch Astronomie ersetzt und fühlt sich immernoch total verinnerlicht, obwohl die „Sterne“ in der Hauptsache sehr unwirtliche Planeten sind.
Auch der Umstand, dass die einstens – ebenfalls zu Selbstverwirklichungszwecken – in die Welt gesetzten Kinder in so einer Lebensphase eher lästig sind, stellt erst mal nichts Außergewöhnliches dar, auch wenn die Kinder das sicherlich ganz anders empfinden. Wenn sich die Kinder jedoch, neben der Last, die sie durchaus bleiben, auch noch einer gewissen Nützlichkeit erfreuen, dann wird’s unappetitlich. So geschehen in der Geschichte, die ich heute beim Friseur am Nachbarstuhl hörte. (Weiter weg hätte ich das Gewisper nicht mehr verstehen können, denn über so etwas redet man ja nur hinter vorgehaltener Hand.
Bei dieser Frau also, die neuerdings die Selbstverwirklichung und die große Liebe sucht, waren zwei im Spiel. Eines im Wickelalter, ein anderes im Kindergarten, beides Mädchen. Die auch ganz gern mal in all diesen feinen sozialen Netzwerken Erwähnung fanden, in denen sich die Scheidungswillige zum Zwecke neuer Partnerfindung tummelte, was begattungswillige Männer gemeinhin eher unpraktisch finden, mögen die Blagen noch so süß sein. Weil … wer „sein Leben genießen“ will, tut das gemeinhin abends und in der Nacht, wo man die Bälger ja nicht unbeaufsichtigt lassen kann, sei der Kindsvater so willig wie auch immer. Das Organisieren und all das ist mühselig.

Was war die junge Frau doch glücklich, als ihr einer – virtuell – begegnete, den das nicht zu stören schien. Der fand Kinder so toll. SO TOLL. So toll, dass es ihm auch nichts ausmachte, dass die Größere der Kleinen zu Mutti ins Bett kroch, während er noch textilfrei drin lag. Der fand das nicht nur toll, sondern wollte immer mehr davon. Und er war so hilfsbereit. Er wickelte auch das Kleine, während die Selbstverwirklichungsmutter irgendwas anderes zu tun hatte.
Dass die Große irgendwann, und zwar sehr bald, nicht mehr mit ins Bett und auch nicht mit dem Neuen von der Mutti spielen wollte, brachte die Mutter hochgradig zum Staunen. Weil der doch so nett und ihr neues Lebensglück war. Und alles andere, was Frauen, die den Kerl vor ihr gekannt hatten, über ihn und seine sehr extravagante Liebe zu Kindern zu sagen hatten, fand sie eine ganz gemeine Lüge von den Neidischen, die nicht solch ein großes Glück gefunden hatten. Und ihrer ungehorsamen Blage verordnete sie täglich eine Stunde Zwangsspielen mit dem Macker, damit sich das Kind nun endlich dran gewöhnt.

Was der Vater der Kinder dazu sagte, hörte ich beim Friseur auch. Er habe als nichtverliebter Sehender sehr wohl eine Ahnung gehabt, in welche Richtung das gehe. Die Kinder seien vollkommen verwirrt, verängstigt, schweigsam und all das. Aber er könne – verdammt noch eins! – nichts, aber auch gar nichts tun, solange nichts passiert sei, das man auch beweisen könne. Das haben ihm allerhand Leute gesagt, die es wissen müssen, weil sie mit solchen Sachen ständig zu tun haben. Er solle – um Gottes Willen! – dieses böse PÄDO-Wort nicht in den Mund nehmen, solange er nichts in der Hand habe.

Dann gab es ums Verrecken nichts mehr, was an meinem Kopf noch zu machen war. Und ich hatte, ehrlich gesagt, auch genug gehört, denn ich mag mir nicht vorstellen, was das in diesem Falle heißt:“Es muss etwas passieren!“

Montag, 8. August 2011

08082011

Die ersten Börsen der neuen Ära haben geöffnet. Kurse sind nach unten gerauscht.
Und man darf sich fragen, was ein Weltfinanzsystem wert ist, das so labil reagiert, wenn ausgesprochen wird, was schon lange jeder weiss.

Derweil schickt sich der US-Finanzminister Timothy Geithner an zu tun, was alle erfolgreichen Kader der Neuzeit tun: sie verlassen das sinkende Schiff und brechen auf zu neuen Ufern, ehe der Ruf erst völlig ruiniert ist.
Er habe, so hört man, ein lukratives Angebot aus der Wirtschaft.
Ohnedies, so weiss man, sind die Stellen in der Politik, in den USA mehr noch als hier, nie etwas anderes als ein Sprungbrett in noch besser bezahlte Jobs, nie jedoch Berufung im einstigen Sinne.

Was Geithner angeht, dürfte sich die Verwunderung in Grenzen halten. Schon der Beginn seiner Karriere unter Obama stand unter keinem guten Stern. Ein Finanzmensch mit solch wichtigen Stationen wie dem IWF in der Vita sollte nicht über jahrelange Steuerschulden stolpern, schon gar nicht über einen solch lächerlichen Betrag wie weniger als 40 000 US-Dollar. Das zahlt so einer doch sonst aus der Portokasse, z.B. für ein Abendessen im trauten Kreise der Kollegen.

Motto:

Meine Bilder kann man kaufen. Meine Texte und meine Meinung nicht. D-J

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