Samstag, 26. September 2009

Nr.103

406000431

Sonntag, 20. September 2009

"Du lügst!"

Wer in dieser Sache tatsächlich lügt, ist noch nicht klar.

Klar allerdings ist, dass die Gleichen wie immer bluten müssen, um den Spaß zu bezahlen. Aber von vorn:
General Motors, die schon vor langer, langer Zeit das bevorstehende AUS von Opel erklärten, haben unserer Bundesregierung einen schönen Schrecken eingejagt. Die Autoindustrie, das Flaggschiff der deutschen Wirtschaft, eines weiteren Großunternehmens beraubt, kann nun bald nicht mehr herhalten für allerlei Maßnahmen, die nur verschleiern, dass vor Jahrzehnten die Weichen verkehrt gestellt wurden. Weshalb nun immer neue Weichen gestellt werden, um den Anschein zu erwecken, man habe noch irgend ein Ziel.

Da wird ein Käufer gesucht, dem man hübsche Staats- und EU-Hilfen anheim stellt, wenn er denn nur den ganzen Schmonsens aufrecht erhält. Es melden sich Bewerber; die einen sind einem recht, die anderen weniger.
Man entscheidet sich für die Firma Magna, die sich großmütig gibt, aber nicht großzügig genug, um auf einen dreistelligen Millionenbetrag im oberen Bereich zu verzichten.

Magna behauptet nun, nie ein Hehl daraus gemacht zu haben, dass man Mitarbeiter (in Deutschland im vierstelligen Bereich, europaweit fünfstellig) entlassen müsse. Dies habe die Bundesregierung, die - wir erinnern uns - ihrerseits großmütig die ihr vom Bürger anvertrauten Gelder im neunstelligen Bereich verteilt, zu allen Zeiten gewusst und sich trotzdem für Magna entschieden (was die Vermutung nahe legt, dass die Angebote der anderen entweder noch ungünstiger waren oder aber da wieder jemand jemanden seeehr gut kannte).
Nicht genug damit, erfahren jetzt zu allem Überfluß noch, dass - die Höhe ist strittig, aber der Fakt als solcher vollkommen unbestritten - Magna einen ebenfalls dreistelligen Millionenbetrag benötigt, um Opel Russland zu fördern, zu retten ... wer weiss das schon?
So betrachtet kommt der deutsche Steuerzahler dafür auf, dass die Russen weiter und zwar sehr viel billiger produzieren können und Opel Deutschland seine Mitarbeiter zu großen Teilen doch nicht halten kann. Für die Zukunft kann angenommen werden, dass durch ebendiese Förderung aus der Tasche des deutschen Steuerzahlers irgendwann festgestellt werden wird, dass die Deutschen im Gegensatz zu den Russen doch sehr viel uneffektiver, weil teurer produzieren und deswegen doch ihren Standort verlieren.

Den Rest kennt man, weil es schon oft so lief.
Da kommt einer, spielt sich als Retter auf, greift ab, was abzugreifen ist, und geht weiter, wenn anderswo mehr Profite erzielt werden können.

Was die Sache mit der Lüge angeht, meint übrigens Magna-Chef Wolf, die habe es nie gegeben. Die Bundesregierung habe zu allen Zeiten ganz genau gewusst, wie es laufen würde. Nie sei die Übernahme der kompletten deutschen Opel-Belegschaft im Gespräch gewesen. Immer schon habe man die Anzahl der notwendigen Entlassungen beim Namen genannt. Und was die Sache mit Russland anginge ... (da schwafelte er etwas von "Cash-Flow". Kein Mensch weiss, was das ist. Und das soll ja auch keiner wissen.)
"Magna lügt nicht", das möchte er in aller Deutlichkeit sagen.

Und eigentlich glaube ich ihm das sogar. Kein Konzern heute hat es noch nötig zu lügen, wenn die Regierungen doch den Geldsäcken so bereitwillig weiteres Geld (das ihnen nicht gehört) hinterher werfen.
Wir deutschen Wähler (denen das Geld gehört!) dürfen so kurz vor der Wahl gern mal drüber nachdenken, was wir mit der Erkenntnis anfangen, dass sich diese unsere Regierung auf unsere Kosten als Retter aufspielt, ohne wirklich einer zu sein. Diesmal wars nicht schwer, Politik bis zur nächsten Wahl zu machen.

Freitag, 18. September 2009

Nr.102

406000251

Montag, 14. September 2009

Arbeit muss sich wieder lohnen ...

las ich heute. Und dachte, dass die Kerls ja recht haben, auch wenn es sich hierbei um keine neue Botschaft handelt.

Und dann las ich, wers geschrieben hat: die FDP. Also die FDP, die sich als arbeitgeberfreundliche Partei seit Jahren dahingehend ausspricht, dass Arbeit billiger werden müsste und die Lohnnebenkosten abgeschafft gehören.

Und seither frage ich mich: Arbeit muss sich wieder lohnen - aber für wen?

Sonntag, 13. September 2009

Nr.101

406000046

Samstag, 12. September 2009

Nr.100

40600057

Dienstag, 8. September 2009

Frauen

Dass die Schweiz nicht unbedingt das aufregenste Land auf unserem Planeten ist, hörten wir bereits gerüchteweise. Dass nun aber in der sonst als so tolerant geltenden Schweiz ein klassischerweise schizophren geführter Streit öffentlich aufgelegt wird, ist ... nun, ääh ... sehr lehrreich.

Da nämlich gibt es eine Frau St., die so manches ist, unter anderem Konzernchefin und eben eine Frau. Eine Frau, die fand, man solle doch, wenn man es denn wollte, was ich bei ihr unterstelle, sich mit 39 mit dem Kinderkriegen etwas beeilen.

Und nun nimmt ihr die schweizerische Presse alles Mögliche übel:
- dass sie ihr Vorhaben nicht mit der Nation diskutiert hat
- dass sie den Kindsvater nicht vorgestellt hat
- dass sie der Nation Bilder vom Kind vorenthält
- dass sie Mutterschaftsurlaub macht und also
- dass sie ihre Belegschaft im Stich lässt
- dass sie nicht lange genug Mutterschaftsurlaub macht und also
- dass sie in ein paar Wochen ihr Kind im Stich lässt
- dass sie die Nation nicht daran teilhaben lässt, wie sie ihr künftiges Leben zu regeln gedenkt,

schlussletztlich wahrscheinlich, dass sie eine Frau ist, die sich wagt, beruflichen Erfolg mit einem Privatleben zu verbinden, welches sie obendrein erfolgreich von der Öffentlichkeit abschottet.

Man würde sich doch so gerne eine Meinung bilden.

Frau St. in der kleinen, unscheinbaren Schweiz ist somit ein treffliches Lehrstück darüber, dass Frauen in den Chefetagen nicht nur rar sind, sondern nach wie vor irgendwie immer alles verkehrt machen.

Montag, 7. September 2009

Stell dir vor

Spätestens seit uns Frau Noxxlynxx gestern erklärte, dass es völlig, aber ganz vollkommen egal ist, ob und was wir wählen, weil die Leute nie, aber auch nie irgend ein Versprechen einhalten oder irgend einen Skrupel vor was auch immer haben, sobald man sie gewählt hat ...
also spätestens seitdem ist einem die Lust am Wählen gründlich vergangen.

Mir schwirrt seitdem dieser Sponti-Spruch durch den Kopf, abgewandelt zwar, aber prinzipiell läuft es aufs Gleiche raus: "Stell dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin."
Es könnte, denkt man, Spaß machen, denen zu zeigen, dass man ihnen nicht mehr glaubt. Keinem von ihnen und reineweg gar nichts.
Also nicht, dass diese Idee neu wäre. Und in Wahrheit ists nicht einmal eine Idee. Zu viele schon tun es, weil sie nicht doof und obendrein ratlos sind.

Und all die anderen, die sich einbilden, ihr vermeintlich taktisches Wählen würde irgendwo hin führen, wo sies gern hätten, beginnen spätestens jetzt zu begreifen, dass jegliche Taktik jederzeit ad absurdum geführt werden kann, wenn da irgendwer einem Posten nachstrebt. Und irgendwie tun sie das ja alle. Am Ende kann (das ist zwar neu, aber nicht unmöglich) tatsächlich der, mit den schwächsten Ergebnissen ein Landesvater werden. Am Ende kann jeder alles werden. Auch ein Molotov-Cocktail-Schmeißer Aussenminister und Vizekanzler.

Aber das wussten wir ja schon. Und habens damals sogar noch gewollt. Als hätten wirs nicht gewusst.


Nicht hingehen also, denken Mann und Frau in diesem und jenem schwachen Moment. Ihnen zeigen, dass sie nichts taugen in unseren Augen. Sie mit Schweigen strafen und Nichtachtung. Ihnen zeigen, dass ... ach, was auch immer!

Und man sollte es, verdammt noch eins, tun! Nicht so als Einzelner, sondern wir alle. Schnauze halten kann auch eine Mitteilung sein.

Das wäre die einzig wahrhafte und richtige Methode, irgend etwas zu sagen. Wären da nicht die Herrschaften, die - siehe oben - Pöstchen wollen oder auch richtig fette Posten, die in die Politik gehen, um hernach eine Chance in der Wirtschaft zu haben, die nie, aber auch keinen Moment lang, eine Vision hatten von irgendwas, das sie erreichen wollen, sofern es nicht um sie selbst geht.
DIE natürlich gehen hin. Und wählen sich selbst. Könnt ja die eine Stimme sein, die andernfalls gefehlt hat .

Und dann hätten wir folgendes Wahlergebnis:
CDU: 44%
SPD: 43%
Linke: 6%
FDP: 5.9%
NPD: 0.6%

Nur einen kleinen Moment lang hält sich da noch der Gedanke, dass nicht einmal sie selbst hin gehen. Und keiner mehr wählt, wirklich keiner. Und die große Ratlosigkeit einkehrt. Weil keiner mehr hin gegangen ist.

Bis auf den hier. Der hätte dann - ohne große Mühe - 100% der Stimmen, nämlich seine eigene. Und wäre Bundeskanzler, fast mühelos. Und alle hätten, was sie verdienen.



Weil sie nicht hin gegangen sind.

Motto:

Meine Bilder kann man kaufen. Meine Texte und meine Meinung nicht. D-J

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