Geschichten aus dem Drinnen

Sonntag, 20. April 2008

Wort zum Sonntag

Es waren in dieser Woche grosse Momenten für die amerikanischen Gläubigen, als der Papst ihr Land besuchte. Er rief zu Versöhnung auf und auch zur Reue. Und als Beleg seines eigenen guten Willens sprach er mit Missbrauchsopfern, die hernach im Fernsehen tränenreich von der Gnade dieses Gespräches berichteten. Auch das Gespräch mit den Juden suchte der Papst mit ebendieser Intention: Versöhnung.

Für mich, die ich nicht von gläubiger Verzückung gerüttelt werde, reiht sich dieser Besuch mit all seinen Aussagen ein in so vieles, was dieser Tage auch aus politischer Richtung kommt: Man sieht, dass es um diese Welt nicht gut bestellt ist, und fühlt sich zu Appellen an die Menschen bemüssigt.
Gleichwohl wird genauso weiter gemacht, auf religiöser wie weltlicher Seite, wie zuvor und irgendwann wird ein grosses Verwundern sein, dass sich nichts änderte.

Ich jedoch habe genug von all jenen, die mir auftragen wollen, dass ich mich ändern, bereuen, bescheiden und alles richtig machen solle, während die Vorbilder, weltliche wie religiöse, dergleichen nicht einmal denken.
Auch der Papst mag im Angesicht seiner Gläubigen eine reine Lichtgestalt sein. Das aber hat ihn nicht gehindert, die Karfreitagsfürbitte im alten Sinne erneut zuzulassen, wodurch der Graben zwischen Christen und Juden sich wieder vergrösserte, Besuch der Juden hin oder her. Was wohl hat ihn dazu bewogen, statt tolerant genug zu sein, ihnen ihren Glauben zu lassen, während er den seinen hat?
Und auch die Mißbrauchsopfer erhalten nichts anderes als späte Genugtuung; der Schmerz und die Leiden, die sich aus ihrer Geschichte ergaben und ihren Lebensweg nachhaltig prägten, werden dadurch nicht anders. Nicht einmal, dass künftige Opfer es leichter haben werden, Glauben bei den Eltern oder den Mitgliedern der Gemeinde zu finden, von allem anderen ganz zu schweigen.
Jedenfalls war nicht die Rede davon, warum gerade die katholische Kirche von derlei Missbrauch so massiv heimgesucht wird, übrigens in allen Erdteilen dieser Welt. Der Zölibat wird nicht in Frage gestellt, obschon man sich fragen darf, ob nicht gerade er der Grund für die allzu intensive Hinwendung zu wehrlosen Gemeindemitgliedern ist.

Nein, wer will, dass diese Welt sich ändert, muss allemal bei sich selber anfangen, statt den anderen schöne Dinge zu predigen.Die Diskrepanz zwischen Worten und Taten, Splittern und Balken, wurde bereits in der Bilbel beklagt.
Und schliesslich: Nicht nur, dass die Christenheit aus dem Judentum hervor gegangen ist, man einstens also im schönsten Einverständnis miteinander lebte, steht auch vom Zölibat kein Wort in der Bibel. Vielmehr warnte schon Jesus, dass das Talent zur Ehelosigkeit nicht jedem gegeben sei und Paulus fügte an, es sei nicht gut, zu "brennen".

Die Anlässe zur Reue sind nicht von Gott gegeben und auf die Schlechtigkeit des Menschen zurück zu führen, sondern von den Menschen, Menschen in der Kirche, gemacht.

Mittwoch, 16. April 2008

Was ich noch sagen wollte ...

DDR war Scheisse! D a s mal für die, die neuerdings unsinnigerweise in irgendwelchen Nostalgie-Schwachsinn verfallen und sogar die LINKEn wählen.

Jawohl! DDR war SED und SED war Stasi und Stasi war Psychoterror, Knast und all das. Und ... SED (die DDR, Stasi und all das war) ist Vorgänger von den Linken, die all das zurück wollen.

KAPIER DOCH ENDLICH!

Für die, die´s nicht kapieren, gibt es das Fernsehen, vornehmlich das öffentlich-rechtliche, über dessen Rolle wir uns gelegentlich Gedanken machen dürfen in dieser unserer Zeit und unserem schönen Land.

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Ich aber, die ich dreissig Jahre gelebt habe da, mit Stasi und SED und all dem, habe nie so viel Angst gehabt wie heute, da man mein Telefon belauschen, meinen PC "abhorchen", mich selbst zur Arbeitslosigkeit verurteilen, über meinem Kopf Flugzeuge abschiessen, mich selbst - trotz meines lebenslangen Fleisses - von heut´ auf morgen ins materielle Elend abschieben und meine Umwelt rettungslos zerstören kann.
All das um des lieben Profits Willen, den mir Marx als schlecht offenbarte, verordnet von den Schergen der SED.

ICH ARMES, DÄMLICHES, FEHLGELEITETES OSSI, ICH.

Sonntag, 6. April 2008

"War der Minirock links?"

Thementag in 3sat: Die 68er

Und dann solche Fragen.
Erinnerungen, klar, auch wenn ich ein paar Jahre zu jung bin, um wirklich dazu gehört zu haben. Aber mit Geschwistern, die sieben bis dreizehn Jahre älter sind als ich, habe ich doch sehr viel mehr mitgekriegt, als man das im Alter von zehn Jahren wohl üblicherweise tut.

Die Sache wirkte ja auch nach, allerhand Jahre noch. Sie machte einen Steinewerfer zum Aussenminister, eine Bandmanagerin (die den Begriff damals nicht gemocht hätte, aber heute gerne mit dieser Geschichte durch die Talkshows tingelt) zur Parteivorsitzenden. Sie brachte Menschen zum sexuellen Bekenntnis, auf dass ein Herr Wowereit Jahrzehnte später offen sagen konnte: " ... Und das ist gut so!" Sie erlaubte Frauen, über ihren eigenen Körper und ihre Zukunft zu bestimmen und gab Männern die Möglichkeit, sich schneller vom Acker zu machen, weil auch sie nun - neben der Pflicht- ihren Drang zur Selbstverwirklichung entdeckten.

Die Achtundsechziger sind grosses Thema dieses Jahr, immer mal wieder. Und jeder gedenkt ihrer nach seiner Facon. Die Einen loben sie wegen allerhand Freiheiten, die sie auch denen gebracht haben, die nicht so mutig waren, sie sich zu nehmen. Die Anderen jedoch beklagen heute schon - und nicht zu Unrecht, wie ich glaube -, dass die Achtundsechziger eine Vielzahl von Werten in Frage gestellt und über Bord geworfen haben, ohne sie jedoch durch andere zu ersetzen.
Man hat sich darauf verlassen, dass der Mensch gut sei, was so vielleicht nicht stimmt.

Und auch heute war da Einer, der zu bedenken gab, dass Freiheit und Gerechtigkeit sich per sé auszuschliessen scheinen. Gesellschaftswissenschaftler wissen das schon lange. Sie reden von dem Ausschluss zwischen der sozialen und der freien Gesellschaft. Wer seine Freiheit einfordere, könne nicht gleichzeitig bei Bedarf die Fürsorge abverlangen, der er sich bislang zu erwehren suchte.

Der Heutige erklärte: Man solle sich vorstellen, die Chinesen hätten die Reisefreiheit und nur zehn Prozent von ihnen kämen nach Europa. Na, irgendwie sind sie ja schon da. Als global und damit allgegenwärtige Billigarbeiter, die uns die Preise und den Lebensstandard versauen. Es geht schon lange nicht mehr darum, was hier und heute gilt, sondern es geht um uns alle auf der Welt und darum, was künftig mit uns geschieht. Nie war die Zukunft so nahe wie heute.

Und? War der Minrock nun links?
Ich erinnere mich an den kalten Winter ´74/´75, in dem sich mir nicht erschliessen wollte, warum ich mir den Hintern abfrieren soll, nur um auszusehen wie alle anderen. Ich liess mir einen Maxirock nähen. Alle gafften und mein damaliger Freund weigerte sich um den Preis einer Beziehungskrise, mit mir SO unter die Leute zu gehen.
Es hat sich wieder eingerenkt mit dem Freund damals, bis es halt zu Ende war. Und ein paar Jahre später trugen sie alle Maxiröcke und -kleider.

Ein Kleidungsstück, denke ich, kann nicht Ausdruck einer Haltung sein, schon gar keiner politischen, auch wenn dem Minirock in seinen Anfängen derlei anhaftete. Wir tragen heute lange und kurze Hosen und Röcke, aber der Muff ist nicht heraus aus der Gesellschaft, sondern angereichert von jeder Menge anderem Mief, der so viel schlimmer stinkt als alles, was man damals bekämpfte. Zu den alten Nazis sind neue hinzu gekommen und die Pfaffen predigen noch immer wider die Abtreibung, statt etwas für die Kinder zu tun. Wir preisen die Freiheit des Einzelnen und meinen die Freiheit von Verantwortung für die anderen.

Die Achtundsechziger sind überkommen, und wir müssen aufpassen, dass wir´s dereinst nicht auch sein werden.

Dienstag, 22. Januar 2008

Albtraum

Wie hat sich das wohl damals angefühlt, als am "Schwarzen Freitag" 1927 an der Berliner Börse alles in die Brüche ging? Und: Ahnten die Menschen, was in der Folge auf sie zu kommen würde?

Andersherum: Wann würden wir Heutigen wach werden? Wie lange würden wir noch Konzertkarten kaufen oder uns auf die Jagd nach billigen "schicken" Schuhen begeben? Wie lange würden wir noch unsere Nachbarn und Kollegen doof, unsere Kinder unerzogen, unsere Partner unverständig finden, ehe wir merken würden, daß all diese Kleinigkeiten angesichts dessen, was auf uns zu kommt, nicht die allergeringste Rolle spielen?

Angefangen hat es 1927 mit einem Kurssturz von 6.7 Prozent.

Und jetzt lesen Sie mal nach, was gestern an der Börse los war ...

Samstag, 27. Oktober 2007

Rembrandt war 47 und sah dem Ruin ins Gesicht

So nannte einst Joseph Heller eines seiner Bücher. Heller erhob nicht den Anspruch einer Rembrandt-Biographie, sondern war sich vielmehr nur allzu sehr dessen bewußt, daß wir Heutigen die Geschehnisse aus früheren Jahrhunderten nur schwerlich wahrheitsgemäß nachvollziehen können. Wir machen uns ein Bild von den Dingen. Und eigentlich tun wir das bei Biographien ja immer. Wir sehen, selbst bei noch lebenden Personen, nur das, was der Schreiber sichtbar machen will. Ohnehin können wir in die Köpfe der Menschen nicht hinein schauen, nicht ihre Gefühle, Wünsche und Motive erfahren, sie bestenfalls erahnen.

Was ja irgendwie beruhigend ist.

Aus der neuesten Rembrandt-Forschung erfahren wir jetzt, daß selbst die scheinbar objektiven Fakten aus Rembrandts Leben nicht richtig sind.
Es war ja auch nur zu schwer vorstellbar, daß der heute als wichtigster niederländischer Maler geltende Mann, der auch zu Lebzeiten schon Erfolge feierte, sein Leben in bitterlicher Armut beendete. Im Gegenteil war Rembrandt im Leben genau so kreativ wie in seiner Malerei. Er wußte es so einzurichten, daß all die Dinge, deren Nutzen er in seinem Umfeld genoß, nicht ihm gehörten. Arm wie die sprichwörtliche Kirchenmaus war er nur auf dem Papier, um seine Schulden nicht bezahlen zu müssen. In Wahrheit lebte er von den Einkünften und Geschäften seiner Frau, die auch nicht seine Frau, sondern seine Arbeitgeberin war. Zumindest auf dem Papier.

Insoweit kann Rembrandt als Vorbild für allerhand Männer der Neuzeit dienen, die auch nicht Schulden und nicht Unterhalt zahlen und doch ein Leben führen, das alles andere als armselig ist.

Ich habe den Verdacht, daß Heller all das bereits wußte, als er das Buch über Rembrandt schrieb. Heller kannte sich aus mit finanziellen Notständen und hatte, Rembrandt gleich, so diesen und jenen Trick parat. Womöglich war es ihm ein diebisches Vergnügen, eine Legende zu schüren, die er längst als das erkannte, was sie eben war.

Montag, 8. Oktober 2007

Die Stille suchen

Manch einer sucht die Stille. Andere finden sie, ohne sie gesucht zu haben.

Ich, zum Beispiel, habe nicht gesucht, aber doch irgendwie gefunden. Wobei so ein Hörsturz keine wirklich ruhige Sache ist. Denn meist wird er begleitet von etwas, das ich "weißes Rauschen" getauft habe.
Zunächst meinte der Ohrenarzt ja, es sei damit getan, daß er mir irgendwelche tunlichst nicht näher zu beschreibenden Dinge aus dem Ohr herausgeholt hatte. Stolz auf sich selbst verkündete er: "So, jetzt müßte es wieder gehen!"
Neben der Erleichterung, diese nicht schmerzfreie Prozedur überstanden zu haben, konnte ich seine Rede nicht bestätigen, nahm mir allerdings vor, der Sache ein paar Stunden Zeit zu geben.
Der Hörtest am nächsten Tag brachte die Gewißheit, daß eben doch nicht alles erledigt war, sondern gerade erst losgegangen. (Und für die, die sich jetzt fragen, wie man mit einem Hörsturz Reden welcher Art auch immer verfolgen kann, sei gesagt, daß es auch einseitige "Schlaganfälle" im Ohr gibt. Sprich: Links hör(t)e ich, neben dem "weißen Rauschen" durchaus auch ganz reale Dinge.)

Wie auch immer: Man infusioniert mich nun und hat mir, neben den obligatorischen Tabletten, auch noch eine Magnetfeldtherapie aufgeschwatzt, an die, wie meine Chefin sagt, man glauben muß. Nun ja, ich kann mir durchaus vorstellen, daß die feinen Härchen, die für das Hören zuständig sind, irgendwie auf irgendwelche Felder reagieren. Und wenn nicht, habe ich jedenfalls nichts unversucht gelassen. Oder doch: Den Sauerstoff, den man mir über eine formschöne Maske zuführen wollte, ebenso selbstzahlpflichtig wie das Magnetfeld, habe ich nach einem kurzen Versuch abgelehnt. Meine angeschlagenen Bronchien wehren sich ganz entschieden gegen etwas, das so rein ist.

Nun liege ich also jeden Vormittag auf einem netten Relaxstuhl zusammen mit fünf anderen Kandidaten gleichen Krankheitsbildes und bekämpfe den Streß, der als Ursache für derlei Leiden genannt wird. (Natürlich haben wir jeder einen eigenen Stuhl!) Ob alt, jung oder irgendwo mittendrin, ob Managertyp, Rentner oder Öko - irgendwie macht diese Sache anscheinend vor niemandem halt. Was schon auch beruhigend ist. Ich wüßte nicht, was ich ernsthaft verkehrt gemacht hätte.
Einen aber habe ich heute gesehen, bei d e m weiß ich, was verkehrt läuft. Man stelle sich vor: Da liegen fünf Leute, schon allein wegen ihrer Aufmachung vollkommen kommunikationsunfähig (im Arm die Nadel, an der die Infusion hängt, auf dem Kopf der Hörer mit den Magnetwellen, auf dem Gesicht die Maske mit dem Sauerstoff) und tun, auch aus naheliegenden Vernunftgründen, nichts anderes, als die Stille zu pflegen. Plötzlich kommt er ´rein, sitzt noch gar nicht richtig, als schon sein Telefon läutet (was ansich bereits eine Frechheit ist und nur dem Umstand geschuldet sein kann, daß man sich auf die mangelnde Hörfähigkeit der anderen verläßt). Mit ungebremster Stimme fragt er, leicht ungeduldig, weil er in einer "Besprechung" sei, was denn nun wäre. Und endet nach kurzem Wortwechsel damit, daß er sich wieder melden würde. Um das tun zu können, muß er ein weiteres Gespräch führen, was er tut, ebenso ungeduldig, mit dem gleichen Verweis auf eine laufende "Besprechung". Dann ruft er den ersten Anrufer zurück und erteilt ihm Instruktionen.

Meine Infusionszeit war derweil vorbei, was ich durchaus begrüßte, weil ich meine, man sollte im Kampf gegen den eigenen Streß sich nicht auch noch den von anderen Leuten aufladen. Ich denke auch, wär´s nicht ein ortsbekannter Unternehmer gewesen, hätte man ihn wohl der Aufruhr wegen, die er verursachte, zurecht gewiesen.

So aber bleibt nur das Fazit, daß zumindest bei d e m d a klar ist, warum er sich mit Tinnitus, Hörsturz oder was auch immer ´rumplagt. Es sei anderen überlassen, ihm klar zu machen, daß Geld nicht alles ist. Schon gar nichts, womit man sich ein langes Leben kaufen könnte ...

Sonntag, 2. September 2007

Idole

Seit etlichen Tagen schon trauern wir ein weiteres Mal um Diana, die unglückliche, aber gütige Prinzessin, die so ein trauriges, allzu frühes und obendrein dummes Ende fand.

Einer der Reporter sagte, so ziemlich jeder wisse, was er damals getan habe, als er die Nachricht von ihrem Tode erhielt. Er hat Recht; auch ich erinnere mich.
Noch mehr aber erinnere ich mich, daß in dem Tumult über Dianas Tod die Nachricht von Mutter Theresas Tod vollkommen untergegangen ist. Zehn Jahre später reden sie von der Prinzessin, die vielleicht unglücklich war, sich auch zuweilen unter die Elenden begeben hat, aber nicht so viele Opfer auf sich nahm, um den Elenden zu helfen, wie Mutter Theresa das tat.

Die Opfer, die Diana auf sich nahm, galten am Ende doch mehr dem Wunsch, eine Prinzessin sein zu wollen, was eine betrübliche Sache ist, wenn man den Titel nur durch Heirat kriegen kann. Das können auch die anderen Prinzessinnen bestätigen, die allesamt irgendwann nicht sonderlich glücklich waren oder sind.

Umso erstaunlicher, daß dennoch so viele Menschen auf dieser Welt gerade eben dieses Schicksal so toll finden und insgeheim für sich selbst ebenfalls erträumen.
Sie träumen so sehr davon, daß sie - wie mir mein Zeitungshändler berichtete - sogar hierzulande irgendwelche kirchlichen Prozessionen dazu nutzen, Dianas Bild in Großformat durch die Gegend zu tragen.

Es läßt sich trefflich mutmaßen, warum eigentlich wir so sehr nach Idolen suchen, die das Leben leben, das wir selbst nicht leben können.
Meine Mutter hätte noch gewußt, wie das damals war, als Kennedy starb. Das war für sie einfach ein schöner Mann. Den Willy Brandt hingegen fand sie charismatisch. Um beide hat sie geweint.

Mir selbst fallen so viele Leute nicht ein, um die ich weinen würde. Auch bei Diana war ich nur genau so betroffen, wie man es ist, wenn eine(r) zu jung stirbt. Ich weine ja auch nicht um all die Leute, die an jedem normalen Tag sterben, aus welchen Gründen auch immer, und von mir nicht gekannt werden.

Weinen kann ich jedoch über Filme von ausgedachten Menschen, manchmal sogar über die Schicksale richtig normaler Menschen, die ich auch nicht kenne. Besonders ältere Leute, die so eine normale Art haben, mit ihrem Schicksal umzugehen, haben es mir angetan. Ich wünsche mir dann, auch ich könnte dermaleinst so gefaßt sein und in mir ruh´n. Jeden Tag einfach leben und zufrieden sein mit dem, was man noch hat.

Vermutlich bin ich nicht zur Prinzessin geschaffen, nicht ´mal in meinem eigenen Kopf.

Donnerstag, 30. August 2007

Böse Zungen ...

... könnten meinen, mir sei die Lust am Schreiben vergangen. Was nicht so ganz falsch ist.

Während ich dem Tierarzt aus Meck-Pom zuschaue, wie er Kühen irgendwo unten reinfaßt, um nach dem Kalb zu greifen, überlege ich tatsächlich, was zu schreiben noch opportun ist.
Es wird mir einfallen, denke ich, irgendwann.

Einstweilen atme ich, ganz normal und zunehmend ... auf.

Wäre es nur eine der üblichen Abmahnungen von irgend einem Rechtsanwalt gewesen - ich hätte meinen Atem vielleicht nicht verloren ...

Naja, vielleicht erzähl´ ich irgendwann, was einer renitenten Person wie mir so passieren kann. Vielleicht ...

Mittwoch, 25. Juli 2007

Des Mühe Lohn

Den Oscar kriegen und sterben.


Scheiße! So ´was ist doch nicht wörtlich gemeint!

Mittwoch, 11. Juli 2007

Vom Übelnehmen

Sie haben ihr das damals übel genommen. Weil das nicht zu dem Bild paßte, das sie von ihr hatten und weiter haben wollten.

Dabei ist das doch ganz normal, daß man sich entwickeln möchte. Das Älterwerden auch. Beides gehört dazu zum Leben. Keiner entwickelt sich und bleibt dabei jung und unschuldig. (Auch wenn manche uns das weismachen wollen.)
SIE auch nicht.

Sie hielten schon die Haarfarbe für einenStilbruch: Weg vom unschuldigen Blondie, hin zur verruchten, sich selbst befriedigenden Rothaarigen. Und das, wo sie sozusagen bisher keinerlei Geschlechtsleben hatte. Nicht in ihrem Job jedenfalls, was für unsereinen ja eine vernünftige Entscheidung ist, in ihrem Beruf aber nicht zwingend. Andere haben erst richtig Karriere gemacht, weil sie mit Sex arbeiteten. (O.K. das gilt dann irgendwie wieder für alle Berufsgruppen ...)
Zu ihr aber hat das nicht gepaßt. Obwohl sie mit einem Orgasmus weltberühmt wurde. Aber der war nur gespielt. Als sie, im gleichen Film, richtigen Sex hatte, schien das ein Fehler, der den Film erst auf amerikanische Länge brachte.

Sie haben ihr die Sache übel genommen und sind darin überein gekommen, dieses MACHWERK nur im Sauspätprogramm zu bringen.

Ich sehe kein Machwerk, sondern einen ehrlichen, sogar poetischen Film, der Besseres verdient hätte, als in die Schmuddelecke geschoben zu werden.


Wer sagt denn, daß das Leben unschuldig, blond und ewig jung ist?

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