Sonntag, 8. November 2009

Sonntach ... oder: "Ich habe große Sorgen."

Der sich da sorgt, ist Herr Schätzing - auf Promotiontour für seinen neuen Roman - heute zu Gast bei Frau Dorn.

Frau Dorn, Thea, wir sprachen bereits darüber, macht es ihren Gästen oft nicht leicht, denn sie weiss bei allem nur zu genau, was sie hören und besprochen haben will. Heute jedoch ist sie glücklich, denn Herr Schätzing gehört ganz offenbar zu jenen, die alles sagen dürfen, also beinahe alles. Frau Dorn hängt an seinen Lippen, scheint sich um seine Füße zu wickeln und fragt im Laufe des Gespräches beinahe beiläufig, ob er, also der Schätzing, findet, dass es "unserem Land" an Innovation gebricht.

Ja, und da offenbart ihr der Hochverehrte, dass er Sorgen hat. Weil nun kleine Parteien, die noch vor wenigen Jahren niemand für wählbar hielt, so nach vorne preschen. Frau Dorn hängt noch immer an Schätzings Lippen, vergisst jedoch darob ihre Rolle als durchaus parteiische Moderatorin nicht und wirft ein:
" Sie meinen die Linken.", was keine Frage, sondern eine das Einvernehmen voraussetzende Feststellung ist.
Herr Schätzing ignoriert, was er lieber hätte bemerken sollen und plappert unbedarft weiter:
" Ja, aber auch die Grünen und die FDP."

Frau Dorn ist zu sehr Profi, um sich ihre Enttäuschung über den nun nicht mehr hochverehrten Gast anmerken zu lassen, der sich lieber hätte informieren sollen, zu wem er denn da eigentlich geht. Und dem hätte klar sein sollen, dass seine Gesprächspartnerin aus ihrer FDP-Nähe nie ein Hehl gemacht, sondern diese vielmehr stets in ihre Moderationen eingebracht und also eine unangebracht parteiische Moderation in Mode gebracht hat.
Kurzum, der Grund für Dorns Enttäuschung ist doppelt: Schätzing, der bis vor zwei Minuten Hochverehrte, teilt nicht nur ihre Meinungen offenbar nicht, sondern er hatte sie bislang, also die Frau Dorn, nicht nur nicht zur Kenntnis genommen, sondern nicht einmal für würdig befunden, sich zu informieren, ehe er zum Gespräch kommt. Ein guter Gast tut das, wie ein guter Moderator es ebenfalls zu tun hat.
Der Charme, den sie auf sich bezog, ist ein allgemeiner, den offenbar jeder abkriegt.

Bravourös zieht sie das Gespräch rasch auf eine andere Ebene, auch Schätzing ist nicht wild auf das Vertiefen politischer Standpunkte. Und dann ist es auch schon vorbei. Man trennt sich in Frieden und mit einem großen Blumenstrauß von Schätzing an Dorn (wofür sie den kriegt, verpasse ich im Eifer des Gefechts), die es sich am Ende dann doch nicht entgehen lässt, diesen herzigen Schreiber einmal zu drücken. Wer weiss, wann man wieder einmal solch Mannsbild in die Arme kriegt.

Ganz unbesorgt schreitet Schätzing dem nächsten Termin entgegen.








Und beim nächsten Mal reden wir über Herta Müller, die "nicht wusste, wie ihr geschieht"; wir auch nicht.

Samstag, 7. November 2009

Nr.117

406000531

Freitag, 6. November 2009

Große Momente ... oder: Als Angie weinte

Stellen Sie sich vor, Sie sind eine kleine Pfarrerstochter aus der Provinz. Stellen Sie sich weiter vor, dass Sie nicht schön, nicht elegant und weithin unterschätzt sind. Stellen Sie sich vor, Sie sind klug und geschickt genug, den Anschein Ihrer eigenen Harmlosigkeit als Waffe zu nutzen. Sie wandern durch die Welt der großen Männer, die Sie als "Kindchen" und "Mädchen" belächeln, während Sie selbst mit allergrößtem Geschick einen dieser großen Männer nach dem anderen zu Fall bringen.

Stellen Sie sich vor, dass Sie es sich leisten können, einen Wahlkampf für Ihre zweite Amtszeit mit dem Slogan zu führen "Ich bin nicht zum Kanzler geboren."
Und jeder Ihrer internen und externen Feinde lächelt beifällig, während er es nicht ändern kann, dass Sie ein zweites Mal Kanzlerin werden.

Stellen Sie sich vor, Sie werden eingeladen vom amerikanischen Repräsentantenhaus, dort zu sprechen. Als erste deutsche Regentin seit Jahrzehnten. Sie halten dort eine triumphale Rede, ernten Standing Ovation und erfahren beim Dessert des sich anschließenden Essens, dass einer Ihrer größten Deals geplatzt ist.
Ein Deal mit eben den Leuten, die Sie gerade eben so toll gefunden zu haben vorgaben.

In der Tat sitzt die Mehrzahl der Vorstandsmitglieder von GM, die den Opel-Verkauf kippten, im amerikanischen Repräsentantenhaus. Während sie Frau Merkel lauschten, applaudierten, aufstanden, wussten Sie bereits, dass sie am Ende abziehen würde wie ein geprügelter Hund. Ohne auch nur eine Chance, noch einmal über das Problem zu reden. Es war so ähnlich wie beim Kaiser ohne Kleider.
Während der sich noch stolz plusterte, dachten die Ersten schon: "Aber er hat doch gar nichts an!"

Donnerstag, 5. November 2009

Wir gegen Viren

So heisst der neue Spot gegen die NEUE Grippe. Dieser endet mit dem versöhnlichen Fazit, dass Hände waschen schützt.

Gleichwohl wurde ich heute dringend ermahnt, mich impfen zu lassen. Weil ich doch ein Haustierbesitzer bin. Und alles, was da kreucht und fleucht, kann an der neuen Grippe erkranken.. Die heisst ja nun nicht mehr Schweinegrippe, weil das uns irrtümlich dazu verleiten könnte, kein Schweinefleisch mehr zu essen. Das aber sollen wir dann schon, sonst wäre die fleischerzeugende Dings sauer.

Sauer ist erst einmal nur die Pharmaindustrie, die ihren Grippekrams nicht so an den Mann bringt, wie es die voran gegangene Panikmache eigentlich versprochen hatte.
Stattdessen meldeten sich zunehmend kritische Stimmen, zunehmend auch aus den Reihen der Mediziner, die beileibe alles taten, nur nicht die Impferei befürworten. Das machte das gemeine Impfopfer skeptisch und nun liegt das Zeugs auf Halde, das man so großzügig im Zehnerpaket bereit gestellt hatte.

Jetzt also die neue Attacke, die da meint, Katzen, Hunde und so fort könnten erkranken, und zwar ganz fürchterlich. Und im Hinterkopf soll dröhnen dieses opernmäßige "ich steeeerbe!", wenn man sich denn nicht impfen lässt. So werden Tierhalter ermahnt, sie sollen sich impfen lassen, weil das (warum eigentlich?) bei den Tieren nicht geht. Und Mann und Frau und Kind (gerne auch die Allerkleinsten) soll seinen bedrohten Körper schützen, selbstverständlich nicht nur vor der neuen, sondern auch vor der alten Grippe.

Nun sitze ich hier und frage mich, und zwar in allem Ernst, was mit meinen Guppis ist. Die schwimmen so fröhlich in ihrem Aquarium und sind vielleicht ganz gefährliche ERREGER und frage ich mich, was ist der Unterschied zwischen meinen Guppis und dem Fisch, der da draussen im Herd grad fröhlich vor sich hin schmurgelt, meiner kommenden Sättigung zum Trost. Warum darf ich den sogar essen und die Guppis solln mich krank machen?

Mittwoch, 4. November 2009

Nr.116

406000401

Sonntag, 1. November 2009

Nr.115

Nr.114

406000241

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Gewissensfragen ...

... kann man nur Leuten stellen, die ein solches haben.

Montag, 26. Oktober 2009

Nr.113

406000111

Kindergeburtstag

406000048

Motto:

Meine Bilder kann man kaufen. Meine Texte und meine Meinung nicht. D-J

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Das
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womit sie jetzt ...
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Ich
fürchte: ja. (Gilt ja allgemein auch für die Dummheit....
pathologe - 15. Feb, 09:27
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