erphschwester - 25. Jan, 17:35
... sahen wir gestern, wie der erste Farbige zum Präsidenten der USA gemacht wurde. Es war fast so schön wie diese Oscar-Verleihung damals an die erste farbige Schauspielerin überhaupt. Und wir atmeten tüchtig auf, als es dann wirklich passiert war, denn Nostradamus hatte prophezeit, dass die Sache dann irgendwie doch nich klappen würde.
Nein, im Ernst: Mir war so gar nicht tränenreich zumute. Vielmehr gab es da einen Moment, in dem ich mir sicher war, dass auch künftige Präsidenten, welcher Hautfarbe auch immer, auf die Mitwirkung einer Dichterin verzichten sollten. Die nämlich, die Dichterin, hatte einen Moment der literarischen Ergießung, der einen so recht von Herzen lachen und das Schwergewicht der Situation gründlich vergessen ließ.
Aber nun ja, vielleicht lags ja auch nur an einer unglücklichen Formulierung des übersetzenden Kommentators. Das Gedicht für Obama jedenfalls begann so:
JEDEN TAG VERRICHTEN WIR UNSER GESCHÄFT ...
erphschwester - 21. Jan, 06:44
fast möchte frau glauben, da hätte irgend eine mediendrohung sich bewahrheitet.
hat doch neulich einer von diesen ... ähhh, ja, literaturfreuden behauptet, er hätte gute kontakte zu den medien und würde die schamlos ausnutzen. zu was auch auch immer. weil er so dies und das nicht in ordnung fand. und ich, mittendrin im geschehen, bin namentlich aufgetaucht ebenda.
das hab ich nun davon. RTL liest und liest, meine geheimsten (hehe) gedanken und befindlichkeiten.
na, gut, kein größenwahn, schwester. da hat einer halt grad pause.
erphschwester - 19. Jan, 19:59
Als ich letzte Woche bei einer Wahlveranstaltung war, forderte Gregor Gysi, nachdem er die Anleihen der anderen Parteien am Programm der Linken eingängig dargelegt hatte, die Zuhörer auf, doch besser das Original zu wählen und nicht die billigen Kopien.
Tatsächlich sehen wir uns im Jahr des Wahlkampfes allüberall mit lauter linken Ideen konfrontiert. Die CDU will sich für Arbeitsplätze stark machen, wo doch der liebe Herrgott und auch der Wähler wissen, dass gerade der Herr Koch letzthin durch das Gegenteil in die Schlagzeilen gekommen ist. Die FDP kämpft neuerdings für Gerechtigkeit, obwohl sie Jahrzehnte lang eben die nur für ihr Klientel wollte. Und die Grünen haben sich durch ihre Teilnahme an allerhand nicht-sozialen Maßnahmen wie z.B. HartzIV von vornherein unglaubwürdig gemacht.
Gleichwohl: Der hessische Wähler, in seiner verbohrten Angst und Uninformiertheit, hat sich für die Kopien entschieden und ganz allein die SPD abgestraft, deren einstige Ankündigung, sich von den Linken dulden zu lassen, ihn ebenso ängstigte wie die Linken selbst.
Merkwürdig, dass die Linken einen solchen Angstfaktor in sich tragen, wo doch so viele wollen, was auch sie wollen. Man darf sich fragen, warum in Bezug auf sie das demokratische Prinzip nicht funktioniert.
Aber man muss sich das eigentlich nicht fragen, solange die Medien allüberall eine solche Treibjagd veranstalten. Irgendwas bleibt immer hängen. Vielmehr sollte man sich fragen, wann der Wähler in Hessen und anderswo selbst zu denken anfängt.
erphschwester - 19. Jan, 06:52
Da bloggen wir und bloggen wir einer bescheidenen Berühmtheit entgegen und sind - wieder einmal! - zur falschen Zeit am falschen Ort.
Oder haben Sie so ganz spontan Lust (ahja, natürlich!), aber auch Zeit und Gelegenheit, sich mal eben für ein halbes Jahr nach Australien abzusetzen?
Also, die Gelegenheit gibt´s jetzt: Der gemeine Blogger (gut, vielleicht sollte er schon ein kleines bißchen COOL und ansehnlich sein) darf, wenn er denn unter den Millionen Bewerbern ausgesucht wird, ein halbes Jahr auf einer Ferieninsel verbringen, mit allen Annehmlichkeiten, die es da gibt, alles drin, und machen, was er schon immer machen wollte. Ferien und bloggen.
Der kleine Haken (das Blog sollte wohlwollend die Ferien beschreiben) ist vielleicht keiner. Denn wenn´s einem gut geht - was in diesem Fall nicht zu bezweifeln sein dürfte - lässt sich leicht bloggen.
Viele Bildchen rein, "ich hatte heute wieder so viel Spaß" und "hier ist es so toll!", das wird man doch hin kriegen.
Und nach dem halben Jahr muss man zwar wieder heim, ist aber um 78.000 Euro reicher. Als wäre alles andere nicht schon Glück genug.
Wenn ich nicht annehmen müsste, dass die nicht gerade eine Großmutter suchen, wäre ich natürlich sofort dabei.
erphschwester - 17. Jan, 11:02
Dass die Presse sich an manchen Tagen einhellig auf den gleichen Knochen stürzt, ist so neu ja nicht. Wenn aber sich etliche Zeitungen auf den gleichen Knochen stürzen und das auch noch mit dem gleichen Titelbild, dann erinnert mich das sehr an damals, wo der Gang zum Zeitungskiosk zuweilen eine recht eintönige Sache war, weil Neues Deutschland, Junge Welt und wie sie alle hießen, nicht nur genau gleich aussahen, sondern mit den gleichen Texten aufwarteten. Die da sehr wohlgefällig anmerkten, dass dieses Land das Beste von allen ... und so fort.
Tatsache ist, dass dieses schöngeredete Konjunkturpaket nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben steht. Denn ... es wird kaum bis gar nicht hinterfragt, wem es nützt, beim wem es "ankommt" und ob es geeignet ist, die gewünschten Effekte zu erzielen, nämlich die Wirtschaft anzukurbeln durch mehr Konsum.
Die Wirtschaft, so scheint es, eigentlich die Besserverdienenden, kriegen das Geld direkt in die Tasche geschoben, ob nun mehr konsumiert wird oder nicht. Weil Nutznießer von Steuerersparnissen nur der ist, der welche zahlt. Die armen Schweine im Minilohnsektor tun dies in aller Regel nicht und werden also auch künftig keinen Cent mehr in der Tasche haben. Und davon, ein Auto für 2500€ Prämie verschrotten und sich ein neues kaufen zu können, träumen ebendiese Leute nur. Gar nicht zu reden von den vorangegangenen vielfältigen Stützen für mancherlei Banken, die das Geld - natürlich - gern einkassiert haben, aber auch künftig (also dann, wenn sie wieder Gewinne schreiben) vollkommen frei in ihren Entscheidungen sind.
Usw.us.usf ...
Ich werd niemandem sagen, was er von diesem Paket zu halten hat. Aber ich stelle mal die Aufforderung in den Raum, dass jeder für sich mal drüber nachdenken sollte, an welcher Stelle ihm ein Nutzen entsteht oder auch nur eine vage Hoffnung, dass er´s künftig ein kleines bißchen besser haben könnte.
Und nach Abschluss dieser sehr persönlichen Betrachtungen mag jeder sich dann auch gleich noch fragen, wo sie denn geblieben ist, die große, große Verantwortung , die wir für unsere Kinder und Kindeskinder haben. Und auch: Mit wessen Geld unsere Regierung da so großmütig um sich schmeisst. Regierungsgeld? Na, doch eher nicht! Wars nicht das, was wir an jeder Kasse, bei jeder Überweisung mehr zahlen, damit alles besser wird?
Also ich, Pardon!, bin wohl zu sehr gebranntes Kind, um mich noch gleichschalten zu lassen, auch wenn mir etliche Leute immer wieder den Nutzen irgendwelcher fragwürdigen Entscheidungen eindringlich klar zu machen suchen. Ich denke lieber selber nach und brauche weder Abitur, noch Studium, um zu sehen, dass alles noch genauso ist wie immer schon in der besten aller kapitalistischen Welten:
Mein Staat ist nicht MEIN Staat, wenn er sich mit jeder seiner Entscheidung immer wieder aufs Neue gegen mich wendet. Mein Staat ist das, was schon vor allerhand Jahrzehnten geschrieben stand:
das Machtinstrument der herrschenden Klasse. Wer immer DAS ist.
Ich bins jedenfalls nicht!
erphschwester - 14. Jan, 06:59
Und wer mir sagen kann, warum ich beim Malen immer wieder an Ingrid Steeger denken musste, darf es auf seiner Website verwenden. (muss aber nich)

erphschwester - 11. Jan, 11:15
Hier wird nich gelacht!
Da ich ja nun neulich wegen meiner Kunst bereits gefragt wurde, ob ich der Berufstätigkeit entsagt hätte, tue ich hiermit allen, die es wissen wollen oder auch nicht, kund und zu wissen, dass Künstler sehr wohl ein Beruf ist. Und, wenn mich nicht alles täuscht, sogar eine unternehmerische Tätigkeit. Damit läge ich dann voll im Trend. Weil ... Unternehmer habens gut, heutzutage, entgegen allem anderen, was man so hört.
Frau Merkel will nämlich 100 Milliarden für sie locker machen. Und ich denk mir, dass ich, die ich ja nur an einen Vorlauf von nur ein paar Tausendern denke, mich in diesem Paket eher bescheiden ausmachen würde. Ich denke darüber hinaus, wenn Frau Merkel lauter so Leute wie mich fördert, dann reichen die 100 Millarden aber sehr viel weiter, als wenn sies den Großen milliardenweise in den Rachen schmeisst, die dann doch keine Arbeitsplätze schaffen oder wenigstens erhalten.
Schließlich ist das mühsam locker gemachte Geld von der Frau Merkel ja nich dafür da, die Schulden von durchgeknallten Größenwahnsinnigen zu bezahlen, die dermaleinst nach der Freiheit des Marktes riefen. Vielmehr soll dieses Geld, das ja auch irgendwie aus meiner Tasche kommt, jene unterstützen, die sich nie etwas haben zu Schulden kommen lassen, wobei man die Schulden ganz wörtlich nehmen kann. Und sowieso meine ich, dass jetzt nach all den Jahren der Entsagung und des Gürtelengerschnallens endlich auch einmal ich dran bin.
Schließlich und endlich schnallten wir in allerhand Jahren den Gürtel enger, damit unsere Kinder und deren Kinder dermaleinst nicht so viel Schulden auf dem Buckel haben sollten. Und wenn es nun damit ohnehin Essig ist, finde ich, kann ich mein mühsam Abgespartes auch wieder kriegen. So betrachtet, ist dieses Paket von der Merkel ja nicht einmal ein Geschenk, sondern quasi wie eine Rückgabe von Hochzeitsgeschenken, wenn das Paar schlussletztlich dann doch nicht geheiratet hat oder so.
Dass Frau Merkel sich an meinem Unternehmen nicht beteiligen möchte, wenn sie mir was von der Knete gibt, beruhigt mich ja eher. Weil ... der nächste Schritt wäre dann der gewesen, dass sie von mir verlangt, ich solle sie malen. Und das Resultat, Pardon!, hätte bestenfalls eine Karrikatur werden können, was ganz und gar nicht meine Richtung ist.
(etwa so)
Ich male mehr so ZEN-mäßig.
Ein ZEN-Bild von Frau Merkel ... können Sie sich das vorstellen???
erphschwester - 10. Jan, 08:43
Manchmal ist man ja so richtig blöd! Man kapiert nicht die einfachsten Sachen.
Zum Beispiel die mit Putin und dem Erdgas. Statt zu sagen: "Aha, so ist das also!", wendet man sich gelangweilt ab, weil ... irgendwem dreht der im Januar immer das Gas ab. Aus den verschiedensten wenig nachvollziehbaren Gründen. Aber immer mit dem Resultat, dass in Europa wenig bis gar nichts ankommt. Für eine gewisse Zeit. Woran die Europäer nicht schuld sind. Aber irgendwie denkt man trotzdem jedes Mal darüber nach, ob die Russen als Partner, der einen immer dann im Stich läßt, wenn man ihn am dringendsten braucht, so viel taugen.
Und dann fällt einem der Schröder ein. Und die Gazprom, bei der er sich noch zu seinen Zeiten als Bundeskanzler "eingekauft" hat. Was in sich schon nicht so ganz sauber war. Und dann fragt man sich, wo das noch hin führen soll. Denn die Geschichte mit der Leitung durch die Ostsee ist nicht nur für die Umwelt nicht gut, sondern auch teuer und beeinträchtigt so manche Beziehung innerhalb Europas.. Und das alles mit jemandem als Partner, der jedes Mal, wenn ihn die Laune ankommt, den Gashahn zudreht, nicht nur bildlich, sondern richtig. Nicht zufällig dann, wenn man das Gas am meisten braucht.
All das also fällt einem ein. Und neben der Feststellung, dass man sich wohl die falschen Partner aussuchte. (Aber uns hat ja wieder kein gefragt!), kommt so eine gewisse Vergeblichkeit auf. Denn daran lässt sich ja nu nix mehr ändern.
Dabei sind wir so doof: Vermutlich hätte sich was ändern lassen. Ja, mittlerweile bin ich fest davon überzeugt. Aber wer will das schon? Und diese ganze Gasabdreherei dient auch nicht dem Zweck, uns zweifeln zu lassen, sondern vielmehr sollen wir, und zwar nachhaltig und ernsthaft daran erinnert, also geradezu mit der Nase drauf gestoßen werden, dass wir gerade eben diese Pipeline durch die Ostsee brauchen. Weil sie und nur sie allein den ungestörten Durchlauf des Gases bis zu uns gewährleistet, unabhängig von allen möglichen anderen Leuten, die auch noch Gas haben wollten und vielleicht nicht ausreichend zahlen, weil die Leitung ja sowieso durch ihr Land führt und leicht mal angezapft werden kann kann, auch ohne Bezahlung.
Nein, nein, das Gas, das durch die Ostsee käme, käme direkt zu uns. Und natürlich würde Putin, Medwejew oder wer dann immer zugange ist, nie auf die Idee kommen, diesen Hahn dann mal zuzudrehen. Never!
Und nur, um uns und sich selbst genau d a s zu versichern, haben sich jetzt die alten Freunde Schröder und Putin getroffen. Sollte da einer glauben, der Schröder wäre auf den Plan getreten, weil er den Putin zu etwas überreden will ... naja, so einer muss dann wirklich naiv sein.
Eher wurde ja er seinerzeit überredet zu einer Sache, die ein Aussenstehender vielleicht für unvernünftig halten mag. Aber so ein Außenstehender hat natürlich keine Ahnung.
Immerhin kann Schröder jederzeit sagen:
"Sie haben mich gezwungen!
... mit Geld!"
Und wozu uns so ein Putin, Medwejew oder wer auch immer zwingen kann, wenn wir ganz exklusiv an dieser Ostseepipeline hängen, darüber reden wir beim nächsten Mal.
erphschwester - 9. Jan, 06:37