Dienstag, 21. August 2007

Halbzeit ... oder: Wenn ihr nicht werdet, wie die Kinder

Bei all dem Gerede über Geld, das sich in den letzten Tagen nahezu aufdrängte, vergessen wir leicht all jene, die bestenfalls deswegen über Geld nachdenken, weil sie keins haben. Das Nachdenken darüber, ob die, die da in ihrer bodenlosen Gier und Dummheit massenhaft Geld verbrennen (wir sprachen davon), vielleicht schuld daran sind, daß jene in dieser armseligen Situation sind, sparen wir uns auch.

Vielmehr stellen wir fest, daß nun allerhand andere Leute in scheinbar großem Aktionismus ihrerseits über die Armut der Armen nachdenken, natürlich laut.
Böse Zungen behaupten, es läge daran, daß man schon den nächsten Wahlkampf vorbereite. Und schließlich sind auch Arme Wähler. Überdies: Dank der laufenden Anstrengungen, immer noch mehr Arme zu produzieren, werden die Armen auch tatsächlich immer mehr. Das sind dann immer mehr Wähler, die sich - so sie sich nicht an die letzten Wahlkämpfe erinnern - bei den Volksvertretern ihres Vertrauens so richtig gut aufgehoben fühlen können, da diese sich ja mit ihren Problemen befassen.

Es ist also kein Zufall, wenn sich die öffentlich werdenden Studien (die ja jemand in Auftrag gegeben haben muß) mehren, denen zu Folge die Resultate der Armut nicht gut sind.
Sei es die Studie über die fehlernährten HartzIV-Kinder, deren Eltern sich keine gesunde Ernährung leisten können.
Sei es die Studie über die von Altersarmut bedrohten HartzIV-Empfänger. (Weil die abgeführten Beiträge eine Lachnummmer sind. Weil man, ehe man HartzIV-Empfänger wird, zum Aufbrauchen seiner Rücklagen gezwungen wird. Weil man zur frühestmöglichen Rentenbeantragung gezwungen wird. etc.etc.)
Sei es die Feststellung, daß insbesondere Frauen aus dem Westen im Alter nichts Gutes zu erwarten haben.
Sei es die Tatsache, daß schon heute um die 16000 über 65-jährige unterversorgt und also HartzIV-Empfänger sind.
Oder sei es auch die seit einiger Zeit schon diskutierte Problematik, daß selbst voll Erwerbstätige in nicht unbeträchtlicher Anzahl HartzIV beantragen müssen.

Wir denken also laut nach und verleihen unserer - achso! - sozialen Gesinnung Ausdruck. Schon auch, damit man uns beim nächsten Mal, wenn die Karten neu gemischt werden, hoffentlich in die Gremien derer wählt, die uns hernach noch ein bißchen mehr Vernunft und Geld abverlangen.

Aber in der Hauptsache, fürchte ich, denkt man deswegen so lautstark über die Armut der anderen nach, damit ebendie nicht auf die Idee kommen, über die Einkünfte all dieser plötzlichen Altruisten nachzudenken.

Sonntag, 19. August 2007

Faß ohne Boden

Ich habe ja, das gebe ich zu, von Geld gerade so viel Ahnung, wie ich das für meine eigenen Finanzen brauche. Und auch da bin ich nicht immer nur geschickt. Aber man schlängelt sich so durch.

Wenn´s jedoch um die großen Geldangelegenheiten dieser Welt geht, stehe ich meist nur staunend und begreife nichts. Ein Schicksal, das ich vermutlich mit vielen anderen Mitmenschen teile, die zuweilen nicht einmal ihre eigenen Geldgeschäfte im Griff haben.

Was mich angeht, so habe ich ja eine Ahnung, daß dieser Wahnsinn System hat: Wir s o l l e n diese Dinge nicht verstehen, weil wir ansonsten ja ein viel zu kritisches Publikum für all das wären, was mit unser aller Geld so passiert.

Zum Beispiel war da diese Sache in Sachsen, wo man sich durch den Verkauf von kommunalem Wohnraum mit einem Schlag schuldenfrei gemacht hatte.
Und weil die Sache mit den Immobilien alles in allem so nett aussah, meinte plötzlich jeder, er müsse sein Geld in diese Immobilienfonds hineinschmeißen. Da verdiente sich das Geld ja sozusagen von selbst.

Inzwischen freilich wissen selbst die Dümmsten, daß die Sache mit den Immobilien genau so eine Luftblase war wie vor ein paar Jahren die mit der neuen Technologie. Aber als es selbst die Dümmsten gemerkt hatten, daß ihr Geld nicht in einer Druckmaschine, sondern in einem Faß ohne Boden steckte, war´s schon zu spät. Neben kleinen Banken wie der IKB steckt nun auch die Sächsische Landesbank in Schwierigkeiten. Alle Rückzugsbewegungen scheinen eine Kleinigkeit zu spät, und die Finanzspritze von der Sparkassen-Finanzgruppe hat man wohl nur deswegen bekommen, weil vorsorglich der Sächsische Freistaat Haftung für alle Verluste erklärt hat.

Auch, wenn das jetzt möglicherweise fachkundig klang, habe ich immer noch keine Ahnung vom Funktionieren des Geldmarktes. Ich frage mich zum Beispiel, wie es sein kann, daß Gewinne immer nur den Aktionären und - in der Hauptsache - den Vorständen zugute kommen, bei Verlusten jedoch stets die Allgemeinheit eintreten muß.

Um beim nächsten Mal sprechen wir über den Begriff Solidargemeinschaft. Vielleicht kriegen wir dabei heraus, daß dies nur eine Umschreibung der Redensart ist: "Was dein ist, soll auch mein sein; was mein ist, geht dich gar nichts an."

Donnerstag, 16. August 2007

Vorsicht ist die Mutter der Geldkiste

Nicht, daß wir´s nicht gewußt hätten, aber erschrocken sind wir doch. Neulich, als wir erfuhren, daß die amerikanischen Finanzmärkte vor dem Zusammenbruch stehen. Da hat sich bewahrheitet, was sich in den Köpfen von uns Normalverbrauchern als vage Vorstellung formierte: Börsengeschehen gibt sich nur vital, ist in Wahrheit jedoch eine ganz filigrane Geschichte. Und vielleicht ist alles nur ein Märchen.

Ein Märchen, so erfahren wir jetzt, ist auch der große Aufschwung in den USA. Aufschwung bedeutet Konsum. Wer konsumieren will, muß zuvor kaufen. Wer kaufen will, braucht Geld. Stellt sich die Frage: Ist Plastik auch Geld?
Naja, mag manch einer sagen, Geld ist ohnedies eine Fiktion. Ja,klar, aber eine, die mittlerweile unseren Alltag hübsch real bestimmt. Für Traumvorstellungen ist da kein Raum, wenn´s auch funktionieren soll.

Das aber tut es augenscheinlich dauerhaft nicht. Denn wir erfahren nun, daß - ohne jegliche Immobilienkredite! - jeder Amerikaner im Durchschnitt mit 10.000 US-Dollar verschuldet ist. (Hört man aus Deutschland solche Zahlen, handelt es sich um die Staatsverschuldung, was eine sehr, sehr andere Sache ist.) Die Banken, so erfährt man auch, wollten künftig schärfere Kriterien bei der Kreditvergabe ansetzen, um dieser Misere wenigstens für die Zukunft die Spitze abzubrechen. Es ginge nicht an, daß ein Aufschwung um den Preis der allgemeinen Verschuldung erkauft würde.

Na, da können wir unseren deutschen Bankenmenschen aber sehr dankbar sein. Die erkannten nämlich spätestens seit HartzIV, daß man gut daran tut, vorsichtig mit den armen Leuten zu sein. Die machen einem am Ende nur Ärger, soviel womöglich, daß man ihnen am liebsten nicht ´mal ein Konto eröffnet.
Und nebenher erklärt sich auch, weshalb wir Deutschen nicht schaffen, was den Amis scheinbar so mühelos gelang: Wir leben eben überwiegend nicht auf Pump.

Mittwoch, 15. August 2007

Das Gift, das aus dem Osten kommt

Die Globalisierung macht uns schon seit langem Kopfzerbrechen.

Wir sehen die großen Konzerne, die im Namen des Profits dem Billig-Arbeiter und dem Billig-Produkt hinterher laufen. Wir sehen, daß der Arbeiter hierzulande immer mehr an Wert verliert. Wir sehen, daß das Produkt Arbeit hierzulande immer weniger gefragt ist.
Und wir fragen uns, wo das alles hin führt. Wir fragen uns, ob am Ende des Weges nicht Prozesse stattgefunden haben werden, die unumkehrbar, aber sooo nicht gewollt sind.

Einzelne Folgen sehen wir schon heute. Und wir begehen den Fehler, Symptome für Einzelfälle zu halten.
Zum Beispiel die Chinesen, die von den Unternehmen als "Chance" und "neuer Markt", vom gemeinen Arbeitnehmer jedoch als Bedrohung begriffen werden.

Da dort in China arbeitet man schnell und billig. Man fragt weder nach Arbeitsschutz, noch nach Umweltschutz. Man fragt insgesamt weniger nach dem Menschen, sondern freut sich über die Möglichkeiten, die die neue Weltsortierung bietet.
Freilich freut sich nicht jeder, sondern nur die Profiteure in China und der ganzen Welt. Die Freude auf der Seite der Wanderarbeiter, die für ein Minimum an Einkommen in Zwölf- und Vierzehnstunden- Tagen arbeiten und in Kaninchenquartieren neben den Fabriken wohnen, dürfte sich in Grenzen halten.

Wenn alles Tun sich nurmehr auf den Profit ausrichtet, spielt Sicherheit keine Rolle mehr. Nicht mehr für den Arbeiter und nicht mehr für den Konsumenten, wo auch immer auf der Welt er leben mag. Das Entsetzen gibt sich jedoch groß, wenn solche Mängel auf dem Markt bekannt werden. Giftige Zahnpasta, belastete Tierprodukte, gefährliche Arzneimittel aus China machten von sich Reden. Die Hälfte der 2006 in der EU beanstandeten Waren, hört man, kam aus China.
Erst in diesen Tagen erfuhren wir von einer Spielzeug-Rückrufaktion der Firma Mattel aus den Medien. Bleihaltige Farbe, die verwendet wurde, hatte zu einem Export-Verbot und schließlich zum Selbstmord des chinesischen Managers geführt.

Es spielt im Grunde keine Rolle, ob dieser Manager, der sich verantwortlich fühlte, dem eigenen Antrieb oder aber irgendwelchen Vorgaben seiner ausländischen Auftraggeber folgte. Es spielt vielleicht nicht einmal eine Rolle, ob und welche Verluste eine Rückruf-Aktion, wie sie Mattel nun ins Leben rief, einbringt.
Der Umsatz ist erst einmal gemacht. Und man kann mit der Trägheit des Konsumenten rechnen, der die mangelhafte Ware nicht in jedem Fall zurückbringen wird.

Man rechnet insgesamt damit, daß all dieser billige Ramsch es nicht wert ist, deswegen einen Aufwand zu betreiben, mag sich der Hersteller hernach so verantwortungsbewußt geben, wie er will.
Ramsch aber bleibt Ramsch und kann so billig sein, wie er will.
Schade nur, daß es sich ein zunehmenender Teil der Bevölkerung nicht mehr leisten kann, etwas anderes als diesen Ramsch zu kaufen.
Schade auch, daß wir viel zu oft nicht mehr wissen, wo Ramsch Ramsch ist oder wirklich noch Markenprodukt.

Und beim nächsten Mal reden wir davon, daß Globalisierung nicht nur die Einfuhr von Billig-Produkten bedeutet, sondern auch die Niederlassung ausländischer Hersteller, die ihre Arbeitsmethoden mitbringen.

Dienstag, 14. August 2007

Stanley Kubrik und die Russen

Meine werten Leser wissen, daß ich Verschwörungstheorien liebe. Manche gab es schon lange vor meiner Zeit, manche sind aktuell, manche denke ich mir auch selber aus.

Eine der populärsten Theorien ist die, daß die Mondlandung in Wahrheit nicht stattgefunden habe. Nicht von mir, wie ich bedauernd feststellen muß (ich war schlichtweg zu jung), aber genau so gut.
Die Anhänger der Theorie behaupten, die Bilder, die wir vom Mond gesehen hätten, wiesen einige sehr eklatante handwerkliche Fehler auf, die sie schlechterdings unmöglich machen. Jedenfalls auf dem Mond. Da wehe eine Fahne, wo es keinen Wind gäbe, und da fielen die Schatten vollkommen untypisch und diffus, was auf eine künstliche Ausleuchtung schließen ließe. Und überhaupt habe der Hintergrund ausnehmende Ähnlichkeit mit einer Gegend irgendwo in Amerika.

Das Ganze, von dem dieser und jener bis zum heutigen Tag nicht abgekommen ist, läuft auf eine Negation der Mondlandung überhaupt hinaus. Beweisen können wird man die Landung erst dann, wenn man über ausreichend starke Teleskope verfügen wird, mit denen man die Mondoberfläche nach diversen Überbleibseln der Landung absuchen kann.

Eine andere Theorie hingegen besagt, daß die Mondlandung zwar stattgefunden habe, aber nicht hinreichend dokumentiert sei. Weil die Amerikaner es damals schlichtweg ein bißchen eilig hatten, noch vor den Russen dort oben anzukommen. Da konnte man sich von solchen Kleinigkeiten wie der, daß die Dokumentation in Bild und Ton ein wenig klemmte, nicht aufhalten lassen.
In höchst geheimem Auftrag sei also der Herr Kubrik, Filmemacher und Kenner der Materie, mit ausreichend Equipment ausgestattet ins Studio respektive in die Weltgeschichte rausgeschickt worden, um zu dokumentieren, was man in echt noch nicht vorzeigbar dokumentieren konnte. Dem Ereignis täte das im übrigen keinen Abbruch.

So weit die Theorie.

An Kubrik, so ein jugendlicher Filmfan, hätten sich nun die Russen ein Beispiel genommen.
Nicht etwa, weil sie eine Mondlandung simuliert hätten, iiihwo, da ist der Zug ja sowieso abgefahren. Aber seit Schätzing wissen wir, daß auf dem Mond zu landen ja gar nichts ist gegen die Sachen, die so in der Tiefsee stattfinden. Da nämlich muß man 1) erst mal hin kommen und 2) erst mal vorzeigbare Bilder machen.

Die Russen, wie wir letzthin sahen, lieferten mit ihrer Flaggensetzung am Pol in allerhand Meter Tiefe dieser Tage jedoch ein hübsches Stück Hollywood.
"Kenn ich", hat der Jugendliche gesagt und auf den allseits beliebten und viel gesehenen Streifen "Titanic" verwiesen. Es habe so schön geleuchtet und gefunkelt unter Wasser wie eben da.

Wir Normalverbraucher dürfen uns nun fragen, ob die Flagge da unten steckt oder aber nicht, und was sie eigentlich zu bedeuten hat.

Und beim nächsten Mal sprechen wir darüber, wie makaber es wohl ist, auf den Klimawandel und das Abtauen des Pols zu hoffen, damit man die Bodenschätze dort abbauen kann.

Sonntag, 12. August 2007

Dumm gelaufen!

Als Minister ist man stets gut damit beraten, sich zu distanzieren von Sachen, die irgendwie suboptimal laufen. Und nicht anders als suboptimal muß man das bezeichnen, was gerade eben dem Herrn Glos mit seiner Kampagne für den Mittelstand passiert ist.

War doch ein Vertreter der Werbeagentur, die die Sache "an den Mann" bringen soll, beim Kölner Stadtanzeiger aufgelaufen und hatte wohl ziemlich klar gesagt, daß man eine positive Berichterstattung über die Kampagne mit einem nicht unbeträchtlichen Anzeigenauftrag honorieren wolle.

Hernach soll die Sache nicht wahr gewesen sein und eigentlich nur eine bedauerliche Vermischung zweier verschiedener Geschäfte, die noch dazu üblicherweise von verschiedenen Abteilungen ausgehandelt würden.

Nun weiß man ja, daß das Erwirken gewünschten Handelns vermittels eines finanziellen Vorteils für den Handelnden einen ganz gängigen Namen hat, nämlich Korruption, derer man sich natürlich nie, auch nicht im vorliegenden Fall, schuldig machen möchte. Schon gleich gar nicht, wenn da ein Bundesminister involviert ist, der um keinen Preis der Welt schwarze Flecken auf seiner weißen Weste haben möchte.
Dem Herrn Glos blieb also gar nichts anderes übrig, als sich von dieser Werbeagentur zu distanzieren, wenngleich die womöglich nichts anderes getan hat, als ihr aufgetragen wurde.

Es erübrigt sich zu sagen, daß mit der Sache wieder einmal ein Ausschuß betraut wird. Und wenn der einmal am Untersuchen ist, bietet es sich sozusagen an, daß - nochzumal es sich um einen Haushaltsausschuß handeln soll - der dann gleich mit untersucht, warum das Geld des Steuerzahlers (bislang immerhin 140.000 €) Kampagnen für den deutschen Mittelstand finanziert.

Also ich, unbedarft, wie ich nun einmal bin, habe doch immer geglaubt, daß jeder seine Werbung für sich selbst machen soll. Das kann man sogar von der Steuer absetzen ...

Samstag, 11. August 2007

Der Lacher vom Samstag

Frau Stewens, bayrische Sozialministerin, hat für die heutige Belustigung des Tages gesorgt.

Sie schlug den scheidenden Herrn Stoiber fürs Amt des Bundespräsidenten vor, falls Köhler für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stünde. Was ansich ja noch nichts Lächerliches hat. Jeder mag vorschlagen, was er will. Die anderen müssen sich ja nicht an derlei Vorschläge halten.

Allerdings fand ich die Begründung für diesen Vorschlag dann schon eher belustigend: Stoiber verfüge über große bundespolitische Erfahrung (aha), kenne die Verhältnisse in den neuen Bundesländern (tut er das?) und habe sozialpolitisches Fingerspitzengefühl (eine Reihe von Schlägen auf den Schenkel). "Er wäre vor allem ein Bundespräsident der einfachen Leute".

Letztere Äußerung betreffend habe ich die kleine Anmerkung zu machen, daß "einfach" sicherlich ein passendes Attribut ist, besonders in Bezug auf den Herrn Stoiber, aber den Rest möchte ich dann doch eher hinterfragt wissen ...

Freitag, 10. August 2007

Die Sache mit dem Eigentum

Eigentum ist in der Bundesrepublik rechtlich geschützt. So viel steht schon mal fest. Und es spielt eine große Rolle, nicht nur in rechtlichen Betrachtungen, sondern auch, wenn es darum geht, irgendwelche Entscheidungen zu treffen.

Wir kennen das nicht nur aus der Wendezeit, wo allerhand Eigentumsansprüche geltend gemacht wurden, die - um es vorsichtig zu sagen - zuweilen reichlich fragwürdig waren. Wir hören auch immer wieder davon, wenn Vertreter der aussterbenden Generation der sich erinnernden verfolgten (und überlebt habenden) Juden irgendwo auf der Welt behaupten, ihnen würden allerhand Kunstwerke gehören, aber keiner mag die ihnen zurückgeben, seien die Ansprüche so klar wie auch immer.

Und wir hören auch jetzt davon, da wir uns an die "Jahrhundertflut" vor fünf Jahren erinnern.
Da wurde durch die Natur allerhand Eigentum zerstört, weil wiederum die Natur (für die es keinen Rechtsanwalt gibt) i h r Eigentum zurück verlangte. Und nun ist es das Eigentum, das uns daran hindert, der Natur - die im Zweifelsfall stärker ist - zurück zu geben, was sie sich nimmt, wenn man´s nicht freiwillig hergibt.

Thema (für die, die nicht mehr folgen können): Deichrückverlegung.
K e i n Thema für den sächsischen Umweltminister, der es eigentlich besser wissen könnte angesichts der Dinge, die in seinem Bundesland vor fünf Jahren passierten. Der findet eine (!) Deichrückverlegung, die seither passiert ist, vollkommen ausreichend und rettet sich im übrigen auf nicht verständliche Termini wie die "Priorität des ingenieurbiologischen vor dem technischen Hochwasserschutz" heraus. Was auch immer das ist. Jedenfalls nichts, was etwas damit zu tun hat, daß man der Natur zurückgibt, was man ihr dummerweise weg genommen hat.
Das Weggenommene sieht hernach nur schöner aus, weil man die Wegnahme mit Naturstoffen kaschiert.

Ja, und das alles nur wegen dem Eigentum.

Allerdings frage ich mich, ob es nicht manchem Eigentümer lieber wäre, einmal eine richtige Entschädigung für sein Grundstück vor dem Deich zu kriegen, als alle paar Jahre wieder um eine Entschädigung bei der Aufbaubank betteln und neu aufbauen zu müssen.

Motto:

Meine Bilder kann man kaufen. Meine Texte und meine Meinung nicht. D-J

Zufallsbild

406000044

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

20022015
hätte, hätte, fahrradkette kann schon sein, nein!,...
erphschwester - 20. Feb, 00:32
puhh!
nochma glück gehabt.
erphschwester - 15. Feb, 11:19
Das
war nicht auf Ihre Kartoffeln bezogen. Das war eine...
pathologe - 15. Feb, 11:11
womit sie jetzt ...
... hoffentlich nicht sagen wollen, dass ich nicht...
erphschwester - 15. Feb, 09:55
Ich
fürchte: ja. (Gilt ja allgemein auch für die Dummheit....
pathologe - 15. Feb, 09:27
Meine Bilder kann man kaufen. Die Texte und meine Meinung nicht. D-J

Suche

 

Status

Online seit 7248 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 20. Feb, 00:32

Credits

kostenloser Counter


Geschichten aus dem Drinnen
Geschichten aus dem Lande und der Welt
vollkommen sinnfrei
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren