Die Nachrichten sind voll davon: Die Rentner kriegen nächstens 1,1 Prozent, mehr, genau genommen doppelt so viel wie sie eigentlich hätten kriegen dürfen. Es tönt aus jeder Nachrichtensendung als erste Meldung und klingt wie ein riesenhafter Sieg.
Tatsächlich haben die Abgeordneten, die solches heute beschlossen, sich selbst in dieser Hinsicht übertroffen. Es kostet Mühe, Kraft und eben Überwindung, will man dem anderen Gutes tun.
Mit sich selbst ist man da schon grosszügiger, auf jedem Gebiet. Genau so, wie wir unsere eigenen Schwächen gern für lässlich ansehen, betrachten wir die Sorge für den eigenen Vorteil als ... quasi naturgegeben.
So kriegt der Eine 1,1 Prozent, der Andere 4 und der Nächste eben - je nach Medium, das da gerade berichtet - 6, 9 oder wieviele Prozente mehr.
Es ist ein Akt der neu sortierten Wertschätzung, so oder so. Die Zeiten des Respekts vor dem Alter - vor denen, die einstens unser Land aufbauten - erfahren wir auf diese Weise, sind also vorbei. Und - bitte schön! - es ist ja wahr: Dies Land ist nicht mehr das, das jene Alten einstens aufbauten. Warum also sollten wir ihnen noch Respekt zollen?
Und schliesslich mussten wir alle in den letzten Jahren den Gürtel enger schnallen. Warum nicht die Alten, die´s´ schliesslich waren, die aus uns machten, was wir heute sind: Nette, kleine Egoisten, denen man schon an der Wiege predigte, dass wir´s einmal besser haben sollten als sie. So gehen ihre Wünsche, spät aber doch, in Erfüllung. Und da ist kein Grund zur Klage!
Den besten Schnitt bei all dem machen naturgemäss jene, die das Glück haben, über ihr eigen Wohl und Wehe selbst zu bestimmen. Das kann beinahe keiner von uns. Aus eben dem natürlichen Gesetz des Stärkeren erklären sie ihresgleichen für die wertvollsten Mitglieder der Gesellschaft. Solche also, die es verdient haben, eine Erhöhung im Ausmass dessen zu kriegen, was andere im Monat zum Leben haben, jährlich auf´s Neue wohlgemerkt. Und ab demnächst sogar ohne besonderen Beschluss, sondern praktisch von Rechts wegen.
Wir werden also nichts mehr hören von Diätenerhöhungen, denn die gibt´s bald automatisch. Aber wir werden hören von riesenhaften 1,1 Prozent Erhöhung der Rente (doppelt so viel wie im Gesetz steht!) oder aber 2 Euro HartzIV-Erhöhung.
Und wenn wir klug sind, dann achten wir mehr drauf, wie das wachsende Gras sich anhört als auf das, was man in grossen Lettern uns bekannt gibt. Denn die wirklich wichtigen Dinge finden stets im Heimlichen statt ...
erphschwester - 8. Mai, 20:01
Nicht, dass es mir sonderlich Spass machen würde, aber es muss ja sein. Denn, wie Brecht schon sagte: " Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum braucht er was zum Essen, bitte sehr!"
Einkaufen also, jeden Samstag (wahlweise auch Freitag, aber jedenfalls:) immer wieder. Eigentlich ist es eine langweilige Sache. Aber man kann sie mental durchaus anreichern. Indem man sich, z.B. fragt, ob doppelt so teuer gleich doppelt so gut ist, wenn´s um die gleiche Sache geht. Nudeln sind ja irgendwie immer nur Nudeln. (Auch wenn die Pseudo-Köche im "Perfekten Dinner" stets behaupten, sie würden den Unterschied zwischen selbstgemachten und gekauften erkennen. Gekauft sind die im Regal ja allemal und eben n i c h t selbst gemacht.)
Das Gleiche bei Käse. Und bei Wurst und Fleisch inzwischen die Frage, ob man sie überhaupt braucht. Da hat sich mit der Zeit ein leichter Widerwille eingeschlichen. Und tief drinnen klopft der Gedanke: So viel totes Viehzeuch! (Mittlerweile behaupten nicht nur die Tier-, sondern auch die Umweltschützer, dass ein Stück weit unser Fleischkonsum Schuld ist an der Misere. Die Viecher scheissen, pissen und rülpsen allerhand Unrat aus, der geradewegs in die Atmosphäre geht. Gar nicht zu reden von den abgeholzten Wäldern, die´s braucht, um das Viehzeuch unterzubringen.)
Jetzt bloss nicht weiter denken, womöglich daran, was das Vieh Mensch so an Unrat produziert, der geradewegs ...
Der Mensch immerhin weiss Abhilfe, schon der kleine aus der Reklame: "Iiih, das stinkt!", sagt der und Mutti hat sogleich ein Spray bei der Hand. Zitronenscheisse.
Ja, lasst uns in die Drogerie gehen zu all den netten Sachen, die uns glauben lassen, der Mensch ansich sei ein viel edleres Geschöpf als all die anderen hier auf Gottes einmaliger Erde. Ohnedies braucht der Halbgare noch dieses eine, einzigarte Etwas unter die Arme, das aus ihm einen wohlriechenden Kerl macht.
Tapfer also das Regal abschreiten mit den unglaublich männlichen Düften und nach dem dreihundertsten Blick feststellen, dass sie nun gerade diesen einen einzigartigen nicht haben. Der Halbgare, zum Glück, reagiert gnädig auf von Mutter empfohlene Produktwechsel. So dass man es schon mal wagen kann, die Nase auch anderswo hinein zu halten. Das andere (man beginnt zu ahnen, warum der Halbgare dies eine wollte) riecht irgendwie alles gleich: markig, kantig, zuweilen etwas unterleibslastig, was der Halbgare alles irgendwie nicht ist.
Fehlanzeige also und auf zu den Frauenregalen, die immerhin etwas mehr Abwechslung verheissen. Naomi und Betty und wie sie alle heissen. Von denen erfährt frau, dass sie um keinen Preis so riechen möchte wie die, wenn´s schon mit dem Aussehen nicht klappt. Der Duft allein, mag er so erprobt sein, wie er will, macht einen ja auch nicht verführerischer. Und sowieso gibt´s diesen einen, einzigartigen, den frau sich einstens vom Munde absparte, schon seit Jahrzehnten nicht mehr: Freesjien. Die moderne Frau riecht so nicht mehr, wobei man nebenher also erfährt, dass man out ist. Noch immer würde ich gern so riechen.
Zurück zu Hause halte ich meine Nase in den Strauss echter Fressjien, die tatsächlich duften, was keine Selbstverständlichkeit mehr ist und greife in die Waffeldose, die ich ebenfalls erstand. Doppelt so viel wie die billigen und nur wenig mehr als doppelt so teuer.
Und schliesslich fällt mir ein, dass ich das Brot vergessen habe.
Aber der Bäcker, der gleichzeitig Café ist, hat morgen ja offen. Da krieg ich noch Brot, wenn´s sein muss, das - beinahe - selbst gemacht ist.
erphschwester - 3. Mai, 13:33
Ein Licht geht uns auf, seit Wochen schon. Vielmehr soll es uns aufgehen, damit wir endlich begreifen, dass China eigentlich doch gar nicht so schlecht ...
Na, irgendwie geht aber alles, was an Bemühungen in dieser Richtung angestellt wird, ein bisschen schief. Denn die sportliche Fackel, die durch die Welt getragen wird, muss beschützt werden, manchmal unter Einsatz von Gewalt und manchmal muss sie gefahren werden, weil gar nichts mehr geht.
Der neueste Streich ist der, dass man partout tun will, was eigentlich gar nicht geht: Die Fackel auf den Mount Everest tragen und das natürlich brennend. Weil aber die Luft dort oben dünn und das Wetter oft schlecht ist, dürfte es an ein Wunder grenzen, wenn die Fackel nicht verlischt.
Auf Wunder mochte man sich in dieser Frage jedoch ebenso wenig verlassen wie auf der ganzen Reise. Während der Fackellauf im mehr oder weniger flachen Lande von allerhand Sicherheitskräften beschützt wurde, soll nun auch noch teure Technik helfen: Denn für den Mount Everest ward eine Fackel erdacht, die die Flamme vor Luftmangel und Wind schützt, gar mit Raketentreibstoff angetrieben wird und alles in allem eine Million Euro kostet.
Ein Schelm, der glaubt, dass man diesen immensen Aufwand nur für den olympischen Gedanken betreibt. Olympia war einstens auch in Moskau. Eventuell steckt dahinter vielleicht doch mehr die Idee vom Handelspartner China. DAS lässt man sich in der Welt gern etwas mehr kosten.
erphschwester - 2. Mai, 18:27
Wieder Mal Post von meiner Rentenversicherung gekriegt, die sich nicht - wie übrigens alle Jahre - entblödet, für die Verkündung irgendwelcher, wie wir längst wissen: unwahren, Prognosen Papier- und Portokosten zu verursachen.
Das ist m e i n Geld, das die alljährlich für diesen Sch...monsens ausgeben! Hat mich da mal einer gefragt, ob ich das will?
Und ich kann es gar nicht wollen, wenn ich sehe, was meine bisher absolvierten 35 Arbeitsjahre "wert" sind und dass sich das - nur mal gleichbleibende Verhältnisse angenommen! - in den nächsten Jahren nahezu verdoppeln soll. Wo doch gerade in diesen Tagen alle Welt darüber spricht,dass nichts so bleiben kann, wie es einst war.
Ich täte gut daran, mich als Erwerbsgeminderte zu bewerben. Da könnte ich sie an ihren Versprechungen festnageln. Und übrigens bekäme ich da jetzt schon mehr, als ich einstens vermutlich kriegen werde. Was frau hat, hat sie.
Wären sie nur ein wenig grosszügiger mit ihren Anerkenntnissen!
Alle Tage erlebe ich, dass Krebskranke (gleichgültig, ob Unterleib oder Hirntumor) zu noch und noch und noch einer Therapie verdonnert und irgendwann für gesund erklärt werden bis man ihren Hinterbliebenen schliesslich das Sterbegeld (falls es noch welches gibt) auszahlen kann.
Nur nicht berenten! Denn Rente bleibt und ist eine dauerhafte Belastung. Wenn´s für den Betroffenen gut geht: für Jahrzehnte. Und wenn´s nicht gut geht ... dann hätte ihm die Rente ja irgendwie auch nicht geholfen.
Was Du Schwarz auf Weiss besitzt ..., pflegte meine Mutter einst zu sagen. Ich sollte diese Dinger aufheben, finde ich, und dann später klagen.
erphschwester - 30. Apr, 17:17
Neulich war ich in der Apotheke, aus sehr realen Motiven heraus. Der Halbgare, pflichtbewusst, aber nicht sehr geschickt, hatte sich mit schnödem Küchengerät allerhand Menschliches vom Körper entfernt, das immer wieder zu Bluten anfing, was seinem Tun nicht sonderlich förderlich war.
Nun ahnt frau zwar, dass blutstillende Mittel u. U. rezeptpflichtig und sowieso dem übrigen Körpergeschehen nicht sonderlich förderlich sind. Aber frau kann ja mal fragen. Und erfuhr auf diese Weise, dass die gelernte Apothekerin (was keine Diskriminierung, sondern eine simple Feststellung ist, denn da gibt´s wirklich nur Frauen) sich inzwischen nicht mehr zu gut dafür ist, Mittel zu empfehlen, deren eventuelle Wirkstoffe bis zur Unkenntlichkeit verdünnt sind. (Dunnemals, zu DDR-Zeiten, als man unter Homöopathie noch etwas sehr anderes verstand, empfahl man mir Arnica für gegenteilige Zwecke.)
Die eventuellen Wirkstoffe (und der Konjunktiv hat seinen guten Grund, denn nicht einmal die Packungsbeilage lässt irgendwelche Rückschlüsse auf irgend etwas zu.) könnten sich (Konjunktiv) dergestalt auswirken, dass die Beschwernisse - zunächst - sich verschlimmern und dann erst womöglich verbessern würden. Allerhand Unwägbarkeiten das. Und auch Wickipedia schreibt von einem Effekt, der mehr im Kopf als irgendwo anders entsteht.
Gleichwohl, so habe ich dem Halbgaren erklärt, wirkt das Zeugs ja schliesslich auch bei Tieren und Kindern. Mein Enkel, z.B., als er am Zahnen war, kriegte von seiner Mutter ( was meine Tochter ist) ein so´n winziges Kügelchen (das meiner neuestens Erfahrung zu Folge nach nichts anderem als Zucker schmeckt) in sein nur wenig grösseres Mäulchen geschoben und ward stille. Vielleicht war´s nur die ungewohnte Süsse, die ihn zum Schweigen brachte.
Halbgarens Verletzung jedenfalls blutete noch zwei, drei Mal und hörte dann damit auf. Was sie vielleicht sowieso getan hätte. Und bis es so weit war, dass es aufhörte, hatte ich, ganz bodenständiges Muttertier, noch so´n paar Fingerdingens erstanden, die genau gleich wie Kondome nutzbar sind.
Zurück bleibt die Erkenntnis "KONDOME SCHÜTZEN", was man man von diesem Homo ... Homö-Zeugs vielleicht nicht unbedingt behaupten kann. DA muss man halt dran glauben.
erphschwester - 28. Apr, 20:04
Wenn Kinder ihre Mütter nicht wieder erkennen, wenn Mütter -statt älter- immer jünger und schöner werden, schöner vielleicht als ihre Kinder es je sein können, dann kann das an Dr. Michael liegen.
Und wenn Kinder dann zu fragen beginnen, warum das so ist, nämlich warum Mammy nicht mehr aussieht wie die Mammy, die sie einst hatten, dann hilft Dr. Michael noch einmal.
Denn Dr. Michael weiss Bescheid, ist er doch derjenige, der diese Veränderungen nicht nur vornimmt, sondern sich dabei dumm und dusselig verdient. Und man ist ja nicht doof. Da, wo Mütter genug Geld für solcherart Geschichten haben, kann angenommen werden, dass dermaleinst auch die Kinder dieser Mütter vielleicht potentielle Kunden sind. Schliesslich gibt es keine besseren Repräsentanten, als Mütter, die ihren Kindern den Wert von optischer Vollkommenheit verklickern. Frau kommuniziert am Besten das, woran sie selbst glaubt.
Bei den ganz harten Fällen hilft jedoch Dr.Michael mit seinem hübschen Kinderbuch, das allen empfohlen sei, die nicht so wortgewaltig daher kommen.
Ein Trost für jene, die mit sich ganz zufrieden sind und auf Dr.Michaels Dienste verzichten zu müssen meinen: Man kann eine Menge Geld sparen! Das für die eigenen Operationen, das für die der Kinder und das für "My beautiful Mommy" auch.
erphschwester - 26. Apr, 09:09
... hab ich ihn ja nicht gemocht. Dies Zeugs, das er so gemacht hat, schien mir richtig affig. Mit den Jahren sind die Sachen jedoch schlimmer geworden, will sagen: andere machen noch schlimmere Sachen und zuweilen will es mir scheinen, als käme bei ihm langsam eine gewisse Altersweisheit daher, die sich mit kindlichem Spieltrieb paart und ... ja, das inzwischen auch, mit einem untrüglichen Gespür für das, was Geld einbringt.
Tatsächlich, inzwischen macht er richtig Geld mit dem, was ihm offensichtlich Spass macht. Und, ich geb´s zu, angesichts all der anderen Sachen, die das nicht tun, finde ich an seinem Zeugs mittlerweile auch Spass. Sogar an genau dem, was mir früher uninteressant erschien. Man kann ja schliesslich nicht immer nur in politischen Dimensionen denken. Wenn man das nicht will, also so überhaupt nicht, ist man bei ihm richtig. Er macht selbst aus der Grossen Kaiserin eine Komikfigur, und das nicht einmal schlecht.
Neuerdings castet er auch (ist das jetzt richtig geschrieben?), und zwar auf eine überaus sympathische Art angesichts all der anderen, die gleiches tun. Die, die anderen, ziehen den Lustgewinn aus der Verarsche und/oder Geringschätzung derer, die da irgendwelche Talente in sich vermuten.
ER hingegen verarscht niemanden, was ausserordentlich erfreulich wirkt in dieser insgesamt wenig erfreulichen Szenerie. Irgendwie haben er und seine Co-Caster eine weitaus freundlichere Art, mit den Leuten umzugehen. Noch kaum einer, den man nicht genommen hat, ist frustriert und schon gar nicht weinend aus dem Raum gekommen, wie man das z.B. vom Bohlen zu Hauf kennt. Irgendwie fühlen sie alle sich hinterher auch noch gut. Sie wissen, dass sie nicht verkehrt sind, sondern eben nicht in die Wunschrolle passen. So was kommt schliesslich alle Tage vor.
Nur so zwei, drei Mal ist man ins Schleudern gekommen. Weil der Zwerg ... äh, Kleinwüchsige dann doch irgendwie zuuu klein war. Oder ein negroider Wikinger ... also, Pardon! Das nun doch nicht. Beim Herrn Kaufmann, Günther kam man dann vollends ins Schleudern. Weil, der klingt zwar deutsch, spricht auch so, hat garantiert auch einen deutschen Pass, aber irgendwie sieht der nicht so aus! Und noch dazu ein Schauspieler, den man kennt! Lässt sich herab für solch eine Geschichte und wird nach Hause geschickt, zwangsläufig, weil ... siehe oben.
Als dem Macher dann der Böse Swen einfiel, fiel allen ein Stein vom Herzen. So ein böser Swen kann auch im hohen Norden schon ein bisschen dunkler sein als so die üblichen Wikinger; das ist der sogar im Komic.
Und schon waren allen froh, weil sie politisch noch ganz korrekt die Kurve gekriegt hatten. Auch ich bin froh drum, denn es tat mir leid, sie sich winden zu sehen in ihrer Verlegenheit. Und schliesslich ist es mir noch lieber, politisch korrekte Verlegenheit zu erleben als solche Prols wie den Bohlen.
DANKE, B.!
erphschwester - 23. Apr, 22:18
Es waren in dieser Woche grosse Momenten für die amerikanischen Gläubigen, als der Papst ihr Land besuchte. Er rief zu Versöhnung auf und auch zur Reue. Und als Beleg seines eigenen guten Willens sprach er mit Missbrauchsopfern, die hernach im Fernsehen tränenreich von der Gnade dieses Gespräches berichteten. Auch das Gespräch mit den Juden suchte der Papst mit ebendieser Intention: Versöhnung.
Für mich, die ich nicht von gläubiger Verzückung gerüttelt werde, reiht sich dieser Besuch mit all seinen Aussagen ein in so vieles, was dieser Tage auch aus politischer Richtung kommt: Man sieht, dass es um diese Welt nicht gut bestellt ist, und fühlt sich zu Appellen an die Menschen bemüssigt.
Gleichwohl wird genauso weiter gemacht, auf religiöser wie weltlicher Seite, wie zuvor und irgendwann wird ein grosses Verwundern sein, dass sich nichts änderte.
Ich jedoch habe genug von all jenen, die mir auftragen wollen, dass ich mich ändern, bereuen, bescheiden und alles richtig machen solle, während die Vorbilder, weltliche wie religiöse, dergleichen nicht einmal denken.
Auch der Papst mag im Angesicht seiner Gläubigen eine reine Lichtgestalt sein. Das aber hat ihn nicht gehindert, die Karfreitagsfürbitte im alten Sinne erneut zuzulassen, wodurch der Graben zwischen Christen und Juden sich wieder vergrösserte, Besuch der Juden hin oder her. Was wohl hat ihn dazu bewogen, statt tolerant genug zu sein, ihnen ihren Glauben zu lassen, während er den seinen hat?
Und auch die Mißbrauchsopfer erhalten nichts anderes als späte Genugtuung; der Schmerz und die Leiden, die sich aus ihrer Geschichte ergaben und ihren Lebensweg nachhaltig prägten, werden dadurch nicht anders. Nicht einmal, dass künftige Opfer es leichter haben werden, Glauben bei den Eltern oder den Mitgliedern der Gemeinde zu finden, von allem anderen ganz zu schweigen.
Jedenfalls war nicht die Rede davon, warum gerade die katholische Kirche von derlei Missbrauch so massiv heimgesucht wird, übrigens in allen Erdteilen dieser Welt. Der Zölibat wird nicht in Frage gestellt, obschon man sich fragen darf, ob nicht gerade er der Grund für die allzu intensive Hinwendung zu wehrlosen Gemeindemitgliedern ist.
Nein, wer will, dass diese Welt sich ändert, muss allemal bei sich selber anfangen, statt den anderen schöne Dinge zu predigen.Die Diskrepanz zwischen Worten und Taten, Splittern und Balken, wurde bereits in der Bilbel beklagt.
Und schliesslich: Nicht nur, dass die Christenheit aus dem Judentum hervor gegangen ist, man einstens also im schönsten Einverständnis miteinander lebte, steht auch vom Zölibat kein Wort in der Bibel. Vielmehr warnte schon Jesus, dass das Talent zur Ehelosigkeit nicht jedem gegeben sei und Paulus fügte an, es sei nicht gut, zu "brennen".
Die Anlässe zur Reue sind nicht von Gott gegeben und auf die Schlechtigkeit des Menschen zurück zu führen, sondern von den Menschen, Menschen in der Kirche, gemacht.
erphschwester - 20. Apr, 09:53