Mittwoch, 5. August 2009

Viel zu heiss

Warm ist es wie damals am Mittelmeer. Die Luft schien zu stehen und legte sich wie eine Last auf alles. Keine Bewegung von nichts und niemandem. Nur die Zikaden riefen gelegentlich klagend.
Die Zikaden (wenn da welche wären, aber natürlich sind hier keine) könnte ich nicht hören mit dem Kopfhörer auf den Ohren. In ein paar Stunden, ahne ich, werde ich ein weiteres Mal die Nachricht einer Freundin auf dem Anrufbeantworter vorfinden, die sich beklagt, dass ich nie zu erreichen sei. So nah und doch so fern.

Ich stehe vor der Staffelei, zu schlaff, um wie sonst nach den Klängen der Musik zu swingen, während der Pinsel über die Leinwand wedelt. Grundieren aus dem Schultergelenk heraus. Das ist Arbeit, nicht viel anders als Wände streichen. Und wirklich sehe ich, während ich durch den Flur zum PC gehe, um die Leinwand trocknen zu lassen, eine Frau im Muskelshirt, nicht viel anders als die Maler neulich draussen auf dem Gerüst. (Ahja, die waren jünger, muskulöser, brauner und Männer halt; am Ende bleibt als Gemeinsamkeit dann doch nur das Muskelshirt, praktisch, aber nicht straßenfähig für eine Frau meines Alters.)

Hier drin, in meiner Wohnung und in meinem Kopf, kann ich machen, was ich will. Ich lese ein Blog. Nicht meines. Natürlich. Meine kenne ich ja. Und fühle mich angerührt. Es scheint der richtige Moment für eine Weltansicht, die ich zu einer anderen Zeit für allzu melancholisch, allzu sentimental, allzu wasauchimmer abgetan haben würde.

Wieder zurück an der Staffelei swinge ich dann doch ein bisschen. So viel halt, wie es der genaue Pinselstrich der ersten Konturen zulässt. Die Musik im Ohr, das Sentiment des Blogs im Kopf. Und denke mir, dass es nicht wahr ist, was ich früher behauptete: Beim Malen denke ich nicht.
Natürlich denke ich. Der Mensch denkt schließlich immer. Irgendwas, so dumm es auch sei. Die Kunst ist, die guten Dinge zusammen zu führen. Malen, dabei Musik hören und gute Gedanken haben. Mit etwas Glück führt ein guter Input zum guten Output.

Ich denke, dass es keine Zikaden braucht, um glücklich zu sein.

Sonntag, 2. August 2009

Salvatore F.

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Danke Noxx:

roterschuh

Samstag, 1. August 2009

Nr.83

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Donnerstag, 30. Juli 2009

Nr.82

40600011

Sonntag, 26. Juli 2009

Nr.81

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Samstag, 25. Juli 2009

Nr.80

40600151

Donnerstag, 23. Juli 2009

Nr.79

40600150

Mittwoch, 22. Juli 2009

Das Leben ist voller Gefahren ...

... so wusste schon mein selig Bruder nicht ohne Häme zu sagen, wenn ich wegen irgendwelcher Kinderwehwehchen weinend nach Hause kam. Ich dachte schon damals, dass er mit seinen neun Jahren mehr auf dem Buckel gut reden hat. Ausserdem war er im Judo. (Heute ist mir klar, dass er aus gutem Grund Judounterricht hatte.)
Und es scheint immer gefährlicher zu werden. Nicht wegen des zunehmenden Alters, sondern weil die Welt ansich gefährlich ist.

Gern würde ich zum Beweis dessen auf Amerika zeigen, wo man all die vielfältigen Warnhinweise quasi erfunden hat: Aufdrucke auf Kaffeebechern, dass heisser Kaffee zu Verbrennungen führen kann; ebensolche auf Kinderspielzeug, dass es kleine Teile enthält, die zum Verschlucken einladen usw.usf.

Inzwischen jedoch wandern diese Hinweise, deren Erfinder über einen unerschöpflichen Born an Ideen zu verfügen scheinen, um die ganze Welt. Heisser Kaffee führt neuerdings auch hier zu Verbrennungen, Kleinspielzeug kann auch hier verschluckt werden, Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit, Alkohol schädigt die Frucht Ihres Leibes usf.


Auf die wahren Gefahren im Leben jedoch macht einen nach wie vor keiner aufmerksam:

Bauen Sie Ihr Haus nie neben einem als See getarnten Tagebau, denn keiner weiss so genau, wann es in die Grube rutscht.

Sagen Sie niemals als Zeuge vor Gericht aus. Sie könnten von einem hitzköpfigen Angeklagten erschossen werden und bestenfalls dadurch in Erinnerung bleiben, dass irgendwer eine Story von Fremdenfeindlichkeit daraus strickt.

Bewegen Sie sich überhaupt nie in der Nähe von Leuten, die Waffen besitzen oder Zugang zu solchen haben. Sie könnten sie, wider alle Erwartungen, in Ihrer Gegenwart benutzen.

Meiden Sie insgesamt hitzköpfige Menschen oder am Besten Menschen überhaupt. Selbst wenn man sie kennt, könnte sich herausstellen, dass sie Messer, Schraubenzieher oder auch nur einen zu öffnenden Gashahn ihr Eigen nennen und dermaleinst Gebrauch hiervon machen, obwohl sie doch eigentlich ganz nett waren.

Meiden Sie auch Autobatterien, wenn Sie keinen Wasserhahn haben, denn Wissenschaftler haben nun heraus gefunden, dass man sich die Augen nach Benetzung derselben mit Batterieflüssigkeit umgehend ausspülen sollte. Zum Glück gibt es die Wissenschaft! Denn die entsprechenden Aufdrucke auf Batterien gibt es nicht.(!)

Meiden Sie jedenfalls Keller und andere finstere Gemäuer, wenn Sie unter Spinnenphobie leiden und aus Angst vor einer solchen eventuell stürzen könnten. Denn Spinnen werden auch künftig keinen Aufdruck tragen; sie gehören, so ein aktueller Richterspruch, zum normalen Lebensrisiko.

Unterlassen Sie Reisen (wegen Schweinegrippe und anderer Krankheiten), Sex (wegen evtl. Schwangerschaften und anderer Krankheiten) sowie Essen und Trinken (wegen des lebensgefährlichen Übergewichts und anderer Krankheiten); unterlassen Sie möglichst auch das Atmen (die Tröpfcheninfektion gehört zu der häufigsten Übertragungsart ansteckender Krankheiten).

Sollten Sie hingegen ein Eisbär oder ein schwarzes Schaf sein, dann können Sie tun, was Sie wollen, denn Sie sind praktisch sowieso schon ausgestorben.

Motto:

Meine Bilder kann man kaufen. Meine Texte und meine Meinung nicht. D-J

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Das
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Ich
fürchte: ja. (Gilt ja allgemein auch für die Dummheit....
pathologe - 15. Feb, 09:27
Meine Bilder kann man kaufen. Die Texte und meine Meinung nicht. D-J

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