... keiner, was ich die letzte und vorletzte Woche getan habe. Aber - keine Angst! - ich sag´s euch, weil wir Blogger ja alle irgendwie Exhibitionisten sind. Also: Ich ward zu einer "Untersuchung" geschickt und fand mich nach einer hübschen Narkose wieder mit einem netten (zum Glück vernähten) Schnitt und einem fehlenden Organ, das - da waren sich die Ärzte einig - ich nicht wirklich brauche. Mehr ins Detail gehen will ich gar nicht, sondern nur vermelden, dass ich wieder da bin.
SO SCHNELL WERDET IHR MICH NICHT LOS!
Und jetzt lege ich faule Drohne mich wieder auf die Couch und schaue das von MRR so viel gescholtene Fernsehprogramm, jawoll!
erphschwester - 14. Okt, 13:27
eines nachts um halb vier wachte ich auf und w u s s t e. schon immer hatte ich geahnt, dass schlaf und traumgeschehen keine unfruchtbare zeit sind. etwas passiert, während wir scheinbar abwesend und hilflos liegen. etwas wichtiges. es wird aufgeräumt da oben. und wenn man beizeiten erwacht, zum beispiel halb vier, kann man sie noch erwischen, die klugen gedanken. sofern man verstand genug beieinander hat, um sie sogleich zu greifen, statt sich umzudrehen und erneut hinein zu fallen, in diesen zustand, der es bis zum morgen geschafft hat, auch die winzigste erinnerung an eben diese kurzzeitige klarsicht weg zu räumen.
es war also halb vier und ich wusste,dass alles vergeblich ist. man könnte das system so perfekt wie möglich gestalten. es würde dennoch niemals perfekt sein, solange menschen darin sind. der mensch ansich ist nicht perfekt. statt dies jedoch zuzugeben, hat er taktiken entwickelt, die perfektion vorzuspiegeln. ein system von ränken und winkelzügen und gewaltandrohung, sobald man ihm seine unperfektion vor die nase hält. und eben das ist der grund, warum menschen nicht zu menschen passen, warum in jeder art der gemeinschaft latent ein unfriede herrscht. harmonisch ist der mensch nur mit sich selbst, dachte ich. denn sich selbst kann er nicht vormachen, etwas zu sein, das er nicht ist. mit sich selbst muss er auskommen oder aber bitterlich untergehen. weil andernfalls ein schönes stück seiner einzigartigen, weil begrenzten lebenszeit dabei drauf geht, wenn schon nicht andere von der eigenen grossartigkeit, dann doch sich selbst von deren unwürdigkeit zu überzeugen.
und dann las ich:
"Sie kann sich nicht in Sicherheit fühlen, wenn sie den Gegner nicht erdrückt und sein Territorium drastisch zurückgestutzt hat. Eine Welt, in der es Platz gibt für die anderen, ist ihren blödsinnigen Kriegerinnenkriterien zufolge eine gefährliche Welt. Gleichzeitige braucht sie die anderen für eine kleine, aber wesentliche Aufgabe: Jemand muss schliesslich ihre Stärke anerkennen. Sie verbringt also nicht nur ihre Zeit mit dem Versuch, mich mit allen möglichen Mitteln zu erdrücken, sondern sie möchte darüber hinaus, dass ich ihr, das Messer an der Kehle, sage, dass sie die Beste sei und ich sie liebe."
("Die Eleganz des Igels", Muriel Barbery)
manche bücher, stelle ich fest, finden uns gerade zur richtigen zeit. und mehr gibt es zu all dem auch gar nicht zu sagen.
erphschwester - 28. Sep, 14:55
erphschwester - 27. Sep, 15:31
... was du diese Woche getan hast:

erphschwester - 14. Sep, 11:38
nicht jeder samstag kann ein schöner sein, sage ich mir. obwohl dieser die meisten voran gegangenen um etliches übertrifft.
als er mich gestern anrief, um bescheid zu sagen, dass der heutige termin steht, erkundigte ich mich zaghaft, was ich vorbereiten müsse. nichts besonderes, meinte er, das naheliegende halt. und ich solle mir keine sorgen machen. man sei in jeder hinsicht bestens vorbereitet.
nun sitze ich seit vier stunden hier, behalte die dinge im auge, hoffe, dass sie bald ein ende finden, denn so ein samstag und sonntag sind schnell vorbei.
hernach gibt es so viel noch zu tun. denn natürlich war´s übertrieben mit den besten aller vorbereitungen. die herren, die mir fenster und balkontüren austauschen, haben zwar einen staubsauger mitgebracht, der das gröbste schon beim bohren und sägen aufnimmt. aber diesen feinen staub wird man erst sehen können, wenn sich alles gesetzt hat. stunden vermutlich, nachdem die beiden fenstermonteure weg sind, die im übrigen so gut nicht voran kommen wie angekündigt. ich gehe nicht davon aus, dss sie in spätestens zwei stunden das feld räumen.
offenbar gibt es unwägbarkeiten, wie ich auch aus einigem abstand und trotz der fremden sprache (irgend etwas slawisches) verstehe. denn natürlich konnte man nur die nicht-deutschen zu einer extra-schicht am samstag überreden.
woran im übrigen nicht ich schuld bin. abgesprochen war eigentlich meine letzte urlaubswoche, wo man nach etlichem nachfragen zugeben musste, dass man nun doch nicht kommt, weil die fenster nicht fertig sind. materialprobleme nannte man als grund. was hier zu hören ich mir nur schwer vorstellen kann. hammwernich ist mehr so eine ost-sache gewesen. hier, dachte ich stets, gibt´s alles im überfluss. ich selbst führe den verzug auf die voran gegangenen betriebsferien zurück. am freitag der vorletzten urlaubswoche war in der firma keiner erreichbar, eben deswegen.
samstag also, was mich umso mehr ärgert, als selbiger mir heilig ist, irgendwie. besinnungstag und/oder ruhetag. wovon heute natürlich die rede nicht sein kann. alle möglichen laut kreischenden werkzeuggeräusche umtönen mich, womit ich schlechter umgehen kann als vermutlich hernach mit dem dreck. (obwohl: die vorstellung, danach womöglich jede cd, dvd und alle bücher abstauben zu müssen ...) ich werd´ schon sauer, wenn solche aktionen bei den näheren und sogar ferneren nachbarn laufen oder wenn der von gegenüber seinen schier endlosen rasen ausgerechnet zum feierabend oder am wochenende mäht. ich h a s s e laute geräusche!
immerhin regnet es nicht, tröste ich mich, wie gestern noch (bindfäden!). bei diesem ständigen rein und raus hätten sie mir berge von schlamm hier rein gebracht. immerhin.
sch...samstag das!
erphschwester - 23. Aug, 11:48
ich, draussen, wie mehrfach an einem arbeitstag. rauchend. was immerhin den vorteil hat, dass es drinnen nicht stinkt. neuerdings rieche ich das, zu hause, wo ich drinnen rauchen darf (wenigstens da). aber nicht nur den.
man steht so da und guckt einfach. in den himmel, der dieser tage durchaus ansehnlich ist (nur blau ist er ja irgendwie langweilig, wenn auch beruhigend). wolkenformationen, meistenteils weiss. ein bisschen grau dazwischen, das ich analysiere, seit ich wieder zu malen angefangen habe. mein letztes bild hängt bei einem kollegen, der neulich dreissig geworden ist. alle selbst gemachten sachen (ausser klamotten) habe ich verschenkt. wer hierher kommt, sieht nicht unbedingt, dass hier eine selbstmacherin wohnt. ich finde es viel schöner, die dinge zu verschenken. immer schon. und übrigens mag ich diesen hauch von guck-mal-wie-kreativ-ich-bin nicht. am ende alles nur staubfänger, wie die berufstätige hausfrau konstatieren muss.
mein blick bleibt hängen an diesem müllauto unten im hof. das steht da und tuckert vor sich hin, ohne müll einzuladen. steht und tuckert auf seinem platz. und die aufgeweckte klimaschützerin in mir (nicht, dass ich´s wirklich wäre, aber man wird dieser tage dazu gemacht) fragt sich: warum tuckert der? also, wenn er doch keinen müll auflädt. wenn er einfach nur steht. macht so viel dreck, den man aus dem auspuff kommen sieht, und sonst nichts. steht nur. weit und breit keine tonnen.
schliesslich sehe ich alu-folie in der morgensonne aufblitzen. die frühstücken!, sage ich mir. und frage mich noch einmal, warum sie nicht einfach den motor ausmachen. macht doch dreck, ohne grund. kostet geld, ohne grund.
und dann fällt mir ein, dass sie wohl ´nen fahrtenschreiber drin haben. der zeichnet jeden stillstand auf. einfach so stehenbleiben -das ist kein grund. wahrscheinlich haben sie keine wirkliche frühstückspause. also tuckern sie, während sie ihre brote essen. damit es so aussieht, als würden sie tonnen entleeren, während sie stehen. wie den ganzen morgen schon. dabei essen sie nur. wie ich eben auch (dies ist meine verdauungszigarette).
und ich frage mich, wie viele müllautos im land wohl jetzt oder demnächst irgendwo auf einem hof stehen bleiben, weitertuckern, während die müllfahrer essen, was doch erlaubt sein sollte, es aber offenbar nicht ist. wieviel ...zig tonnen dreck die wohl produzieren, jetzt und demnächst, nur weil man meint, so ein müllfahrer solle keine pause haben.
meine pause - für die zigarette - ist zu ende, was meine freiwillige entscheidung ist. sie wird mir schliesslich von der meiner arbeitszeit abgezogen. und das brot zuvor ass ich, während ich in einer akte blätterte (aufpassen, dass es keinen fettfleck gibt!).
und ich frage mich, wie uns die selbstverständlichsten dinge abhanden gekommen sind.
erphschwester - 21. Aug, 23:02
filme gibts ich ahnte es nur vage ehe ich digitales fernsehen hatte filme die ich mehr höre als sehe während ich am mac sitze und nur mässig gutes zeugs schreibe ich sollte mich konzentrieren aber bergman fordert allerhand aufmerksamkeit ein kann nicht gehört sondern oft nur gesehen werden landschaften stimmungen gesichter beklemmend auf eine weise die ich früher nicht ertrug heute ertrage ich es auch wenn das herz klopft mehr und schneller als sonst nie werde ich so gute sachen schreiben ich nicht auch wenn ich immerhin verstehe und fühle was dort passiert vermutlich kann das nicht jeder von sich sagen auch ich habe bilder im kopf wenn ich schreibe bin aber viel zu ungeduldig um jede nuance auch zu schreiben denke die anderen müssen doch wissen was ich meine aber die kunst besteht nicht darin zu viel vom anderen zu fordern die kunst besteht in der detailversessenheit und dem zeigen dessen was wir für selbstverständlich halten um es besonders zu machen ich dagegen bin eine von denen die für selbstverständlich halten und nur die hälfte zeigen gestern abend habe ich die farben ausgepackt das immerhin ist der vorteil am urlaub man kann die nacht zum tag machen und vergisst die stunden auch wenn es nicht sehr praktisch ist in der nacht zu malen am tage sehen die farben ganz anders aus nicht mehr so genial und sowieso ist öl keine farbe für die ungeduldigen man ist am tage viel weniger besonders und was ein bob ross kann kann eben nur ein bob ross nur zufällig erfuhr ich dass heute samstag ist bin einkaufen gewesen und nannte es einer kollegin gegenüber die ich traf einen spaßeinkauf tatsächlich sind da noch mehr pinsel und dieses sauteure weiss weiss kann man nie genug haben wovon der andere ehemalige kollege den man ebenfalls traf nichts wissen konnte der hat nun endlich seine erbschaft und sich bei hartzIV abgemeldet nachdem die ihm zu nah auf die pelle gerückt sind spielt mit dem gedanken den winter auf grand canaria zu verbringen man trifft immer jemanden wenn man raus geht es war nicht sicher dass er selbst das erbe noch erlebt bei dieser darmoperation im winter glaubte er es nicht wirklich da lebte seine mutter noch er hat jetzt meine telefonnummer und glaubt ich würde mich für sein geld interessieren dabei weiss jeder der mich wirklich kennt dass mich geld noch nie interessiert hat was ich habe ist genug auch wenn ich letzthin anderes schrieb das waren andere zeiten damals ich hatte nicht geahnt dass geld eine solche rolle spielen könnte und nebenher die tote katze im film und skandinavische schwermut ich dachte immer im winter wäre es dort ständig dunkel sieht nicht anders aus als hier im winter haben die um die mittagszeit gedreht muss wohl so sein wenn schon auf fehmarn die sonne fast eine stunde später untergeht als hier ich hörte es dieser tage ...
erphschwester - 2. Aug, 11:31
Einer von diesen Tagen, an denen es bereits am Morgen schon viel zu heiss ist. Der Himmel bedeckt von Wolkenschleiern, die einen den Regen später ahnen lassen. Auch das Atmen fällt schwer: Ozon mit einer Spur zu viel Feuchtigkeit. Schade, dass man diese ganz frühe Morgenstunde verpasst hat, in der die Kühle einen zuversichtlich macht. Eigentlich wollte ich gleich nach dem Aufstehen auf´s Rad steigen, mein Urlaubs-Fitness-Programm durchziehen. Jetzt noch mit einigem an Willensanstrengung, damit im platten Alltag später das Bedürfnis wieder da ist. Stattdessen Trägheit, kaum dass man dem Bett entkrochen ist. Hoffen auf die Wirkung des Tees.
Zeitung lesen auf dem Balkon. Irgendeine von denen aus der letzten Woche, die ich - weil ungelesen - noch nicht entsorgte. Es könnte etwas drin stehen, was man noch nicht wusste. Vornauf der amerikanische Neger (an die korrekten Termini werd ich mich nie gewöhnen!), auf den die ganze Welt schaut. Was ihm recht zu sein scheint.
In seine Rede klingelte ein Freund, und ich war nicht traurig drüber. Enttäuschung nach den ersten Sätzen schon: Rückverfolgung der eigenen Genealogie bis ... ja, wohin eigentlich? Einen Moment lang zuckt der Gedanke: Bis zum Affen? Er legt grossen Eifer an den Tag. Oder doch nur bis zur deutschen Ururur...? Zu Zu 4,25... Prozent, hat man festgestellt, ist er ein Deutscher.
Irgendwann später dann die Bezüge zu "Ich bin ein Berliner" und "Schaut auf diese Stadt". Alte Sosse, immer wieder gerne aufgewärmt. Fast wäre einem da dieses: "Ich habe einen Traum!" lieber gewesen. Aber das hat er sich wohl gespart. B.O. ist der Seele nach nicht vordergründig schwarz, sondern will erneuern. Zwar auch, und das sehr, für die Schwarzen, aber eigentlich für alle.
Die Welt hat einen Erneuerer nötig, so viel steht fest. Doch in den letzten Wochen hat man sich zu fragen begonnen, ob dieser es ist. Immer mehr Details rückten in die Öffentlichkeit, die zu hören man so glücklich nicht war. Abzug aus dem Irak, aber dafür mehr Einsatz in Afghanistan (den er bei seinem Besuch auch von Fr.M. einfordert). Wir Deutschen haben die Nase voll vom Krieg, noch immer (die Letzten, die ihn selbst erlebten, sind noch nicht tot) und zwar aus gutem Grund. Wäre es wirklich die Verantwortung für das Große und Ganze, die uns treibt, könnten wir ja etwas gegen den Hunger, Krankheiten und für den Umweltschutz auf dieser Welt unternehmen. Aber damit tun sie sich jedes Mal schwer, die Großen, die es doch könnten.
Vielleicht liegt es am amerikanischen Wahlsystem? Wenn ein B.O. sagt, er sei für die Todesstrafe oder das Recht auf den Besitz einer Waffe erinnert mich das an Gorbatschow. Der sagte auch, nachdem seine Karriere schon zu Ende war, man habe ja nicht anders hoch kommen können in diesem System. Man hätte sich anpassen müssen (heute nennen es die jungen Leute "geschmeidig sein"), wenn man irgendwo hin kommen wollte, wo man einen Einfluß hat. Andernfalls wäre man schon weit, weit unten in der Hierarchie ausgesiebt worden. Da kann man im einen Fall die vorgesetzten Genossen, im anderen das Wahlvolk nicht vor den Kopf stoßen. Da muss man sich geben, als wäre man einer von ihnen, einer allerdings, der ein paar mehr Innovationen hat als die anderen. Sowieso kann man eine Gesellschaft nicht von einem Tag auf den anderen umkrempeln.
Der Reporter der FR versteift sich zu dem Wunsch: "Er muss Präsident werden. Damit wir erfahren, was wir alles noch nicht wissen über ihn."
Vorsicht!, denke ich. Es kann gut gehen wie beim Gorbatschow, aber diesen genau gleichen Gedanken mag man auch bei anderen gehabt haben, und hinterher schämten wir uns dafür. Neugier ist ein schlechtes Wahlargument, wenngleich es sicherlich etwas weit her geholt ist, B.O. mit den großen Tyrannen des letzten Jahrhunderts zu vergleichen. Aber die Frage, wie weit einer bei vorgegebenen politischen Strukturen seine Visionen überhaupt umsetzen kann, bleibt doch.
Hat B.O. eine wirkliche und wirklich umsetzbare Vision für sein Volk und die Welt oder am Ende doch nur den Willen, es zu beweisen. Nämlich dass auch ein Schwarzer Präsident werden kann in einem Land, das so lange um die Gleichheit seiner Menschen kämpfte und noch nicht am Ende ist?
Wir werden es erfahren, denke ich inzwischen. Und unsere Fr.M. wird sich anpassen, wie sie es immer tat.
erphschwester - 29. Jul, 10:39