Mittwoch, 16. April 2008

Was ich noch sagen wollte ...

DDR war Scheisse! D a s mal für die, die neuerdings unsinnigerweise in irgendwelchen Nostalgie-Schwachsinn verfallen und sogar die LINKEn wählen.

Jawohl! DDR war SED und SED war Stasi und Stasi war Psychoterror, Knast und all das. Und ... SED (die DDR, Stasi und all das war) ist Vorgänger von den Linken, die all das zurück wollen.

KAPIER DOCH ENDLICH!

Für die, die´s nicht kapieren, gibt es das Fernsehen, vornehmlich das öffentlich-rechtliche, über dessen Rolle wir uns gelegentlich Gedanken machen dürfen in dieser unserer Zeit und unserem schönen Land.

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Ich aber, die ich dreissig Jahre gelebt habe da, mit Stasi und SED und all dem, habe nie so viel Angst gehabt wie heute, da man mein Telefon belauschen, meinen PC "abhorchen", mich selbst zur Arbeitslosigkeit verurteilen, über meinem Kopf Flugzeuge abschiessen, mich selbst - trotz meines lebenslangen Fleisses - von heut´ auf morgen ins materielle Elend abschieben und meine Umwelt rettungslos zerstören kann.
All das um des lieben Profits Willen, den mir Marx als schlecht offenbarte, verordnet von den Schergen der SED.

ICH ARMES, DÄMLICHES, FEHLGELEITETES OSSI, ICH.

Der ganz normale Wahnsinn!

Heute Mittag hat jemand bei uns auf der Arbeit eine Runde Essen geschmissen. Aus welchem Grund auch immer. Nachmittags lag dann im Papierkorb eine halbe Stange Baguette. Der Kollege, der dies sah, merkte kritisch an, er fände das Sch... , nein, hat er nicht gesagt, weil so ´was sagt der nicht. Er fand´s also nicht korrekt und sprach damit aus, was ich dieser Tage gelegentlich schon dem Halbgaren gegenüber erwähnte: Während unsere netten Reklamesender sich nicht genug damit tun können, uns Koch- und Fressgelage en gros zu servieren, einschliesslich des grössten Schnitzels, der grössten Bratwurst etc. (inklusive Erbrechen, wenn beim Wettessen gar nichts mehr geht), wird anderswo gehungert. So sehr, dass Regierungen gestürzt werden und Völker rebellieren.

Und dann sah ich noch diese Reklame von irgendso einem Energieproduzenten, der es ausnehmend schick findet, Lebensmittel zu Biosprit zu verbraten, auf dass die Umwelt sauber sei.
Man kann sich streiten drüber, ob dies nun wirklich eine umweltschonende Methode ist. Aber jedenfalls schont es die Umwelt, wenn die Gattung Mensch dezimiert wird. Weil die´s doch ist, die den Dreck macht.

Schade nur, dass es - wie immer - die Falschen trifft. Denn die, die da verhungern, sind ja nicht die Gleichen, die den Dreck machen.
Vielleicht sollte man jene, die vermittels Biosprit die Lebensmittel noch knapper machen, den auch gleich saufen lassen und die Lebensmittel nach Bangladesh und sonstwohin exportieren???

Montag, 14. April 2008

Ich hab geträumt von dir

Kennen Sie Tuvalu?
Nein? - Macht nichts! Kannte ich bis beinahe eben auch nicht. Aber jetzt!
Und ich habe sofort das Potential erkannt und Geld angelegt in Papieren, die vermutlich in nicht einmal zwanzig Jahren ihresgleichen an Wert suchen.

Wie ich mir da so sicher sein kann?
Na, die dussligen Hütten in Amerikas Vorstädten waren nie das wert, was man ihnen an Wert zubilligte. Ihresgleichen gibt es massenhaft und eine hässlicher und überbewerteter als die andere.
Mit den Papieren aus Tuvalu, die ich gerade eben erstanden habe, ist das etwas anderes. D a s nämlich ist eine Inselgruppe, die nurmehr zwischen eineinhalb und vier Metern über dem Meeresspiegel liegt.

Man lebt dort wie im Paradies. Komme ich heute nicht, komme ich morgen. Und komme ich gar nicht, ist es auch kein Problem. Denn was ich zum Leben brauche, schenkt mir das Meer oder es wächst unter Gottes einmaligem Erdenrund.
Tuvalu hat 11000 Einwohner und 26 qkm Land, verteilt auf neun Inseln, die ehemals britische Kolonie waren und auch allerhand Dreck von den Amerikanern (als sie noch gegen die Japaner Krieg führten) übrig behielten. Keiner fühlt sich bemüssigt, für den da gelassenen Dreck irgendwelche Entschädigungen zu zahlen. Aber in absehbarer Zeit hat sich das Problem sowieso erübrigt.
Weil ... da ist ja der Klimawandel. Und der erwartete Anstieg des Meeresspiegels. Was für die in Tuvalu keine fiktive Geschichte ist. Die Hochwasser werden immer höher. Und Trinkwasser gibt´s nur, wenn es regnet. Was es - zum Glück! - neuerdings öfter tut.

Zum Glück hat man seit 1861 den christlichen Glauben, der immerhin Hoffnung verheisst. und, wenn alle Stricke reissen, ist da nebenan noch Australien, das nicht ganz so tief liegt.

Tuvalu bringt eigene Briefmarken heraus. Von denen habe ich soeben welche erstanden.

EINE BOMBENSICHERE GELDANLAGE!, sage ich Euch!

Sonntag, 6. April 2008

"War der Minirock links?"

Thementag in 3sat: Die 68er

Und dann solche Fragen.
Erinnerungen, klar, auch wenn ich ein paar Jahre zu jung bin, um wirklich dazu gehört zu haben. Aber mit Geschwistern, die sieben bis dreizehn Jahre älter sind als ich, habe ich doch sehr viel mehr mitgekriegt, als man das im Alter von zehn Jahren wohl üblicherweise tut.

Die Sache wirkte ja auch nach, allerhand Jahre noch. Sie machte einen Steinewerfer zum Aussenminister, eine Bandmanagerin (die den Begriff damals nicht gemocht hätte, aber heute gerne mit dieser Geschichte durch die Talkshows tingelt) zur Parteivorsitzenden. Sie brachte Menschen zum sexuellen Bekenntnis, auf dass ein Herr Wowereit Jahrzehnte später offen sagen konnte: " ... Und das ist gut so!" Sie erlaubte Frauen, über ihren eigenen Körper und ihre Zukunft zu bestimmen und gab Männern die Möglichkeit, sich schneller vom Acker zu machen, weil auch sie nun - neben der Pflicht- ihren Drang zur Selbstverwirklichung entdeckten.

Die Achtundsechziger sind grosses Thema dieses Jahr, immer mal wieder. Und jeder gedenkt ihrer nach seiner Facon. Die Einen loben sie wegen allerhand Freiheiten, die sie auch denen gebracht haben, die nicht so mutig waren, sie sich zu nehmen. Die Anderen jedoch beklagen heute schon - und nicht zu Unrecht, wie ich glaube -, dass die Achtundsechziger eine Vielzahl von Werten in Frage gestellt und über Bord geworfen haben, ohne sie jedoch durch andere zu ersetzen.
Man hat sich darauf verlassen, dass der Mensch gut sei, was so vielleicht nicht stimmt.

Und auch heute war da Einer, der zu bedenken gab, dass Freiheit und Gerechtigkeit sich per sé auszuschliessen scheinen. Gesellschaftswissenschaftler wissen das schon lange. Sie reden von dem Ausschluss zwischen der sozialen und der freien Gesellschaft. Wer seine Freiheit einfordere, könne nicht gleichzeitig bei Bedarf die Fürsorge abverlangen, der er sich bislang zu erwehren suchte.

Der Heutige erklärte: Man solle sich vorstellen, die Chinesen hätten die Reisefreiheit und nur zehn Prozent von ihnen kämen nach Europa. Na, irgendwie sind sie ja schon da. Als global und damit allgegenwärtige Billigarbeiter, die uns die Preise und den Lebensstandard versauen. Es geht schon lange nicht mehr darum, was hier und heute gilt, sondern es geht um uns alle auf der Welt und darum, was künftig mit uns geschieht. Nie war die Zukunft so nahe wie heute.

Und? War der Minrock nun links?
Ich erinnere mich an den kalten Winter ´74/´75, in dem sich mir nicht erschliessen wollte, warum ich mir den Hintern abfrieren soll, nur um auszusehen wie alle anderen. Ich liess mir einen Maxirock nähen. Alle gafften und mein damaliger Freund weigerte sich um den Preis einer Beziehungskrise, mit mir SO unter die Leute zu gehen.
Es hat sich wieder eingerenkt mit dem Freund damals, bis es halt zu Ende war. Und ein paar Jahre später trugen sie alle Maxiröcke und -kleider.

Ein Kleidungsstück, denke ich, kann nicht Ausdruck einer Haltung sein, schon gar keiner politischen, auch wenn dem Minirock in seinen Anfängen derlei anhaftete. Wir tragen heute lange und kurze Hosen und Röcke, aber der Muff ist nicht heraus aus der Gesellschaft, sondern angereichert von jeder Menge anderem Mief, der so viel schlimmer stinkt als alles, was man damals bekämpfte. Zu den alten Nazis sind neue hinzu gekommen und die Pfaffen predigen noch immer wider die Abtreibung, statt etwas für die Kinder zu tun. Wir preisen die Freiheit des Einzelnen und meinen die Freiheit von Verantwortung für die anderen.

Die Achtundsechziger sind überkommen, und wir müssen aufpassen, dass wir´s dereinst nicht auch sein werden.

Donnerstag, 3. April 2008

Mit ´nem kleinen Stückchen Zucker schluckst du jede Medizin

Nach der Kapitalismuskritik, die sich auch schon in andere Blätter verirrt hat, nun die Feststellung, dass im Bundestag 300 Lobbyisten arbeiten. Und die grosse Empörung von Vertretern aus allen Parteien, die jetzt so tun, als hätten sie eine ganz, ganz grosse Neuigkeit erfahren.

Sie alle rufen nach Offenlegung der Betroffenen, gar ihrem Rausschmiss und haben doch in den vergangenen Jahren fleissig zugeschaut, wenn Vertreter der Energiebranche oder ein Herr Hartz kräftig in der Politik mit mischten. Sie fanden es gar richtig gut, mit erfahrenen Menschen dieses Landes zusammen Entscheidungen zu treffen, die jene Erfahrenen vielleicht nicht aus lauter Altruismus, sondern mit einem bisschen mehr oder weniger Eigennutz forcierten.

Da steht er nun, der Steuer- und Beitragszahler und unterliegt leicht der Versuchung, die vermeintliche Neuigkeit als Ausdruck einer urdeutschen Glasnost aufzunehmen. Es kann ja so schlecht um dieses Land nicht bestellt sein, wenn die Probleme mit solcher Offenheit angepackt werden.

Dabei, manch einer erinnert sich vielleicht, erfuhren wir schon vor etlicher Zeit von den Tausenden Lobbyisten, die sich in Brüssel breit gemacht und ihre Finger ganz tief in europäische Angelegenheiten gepuhlt haben. Wen jucken da die 300 in Deutschland, da eine zunehmende Zahl von Entscheidungen nicht mehr hier, sondern in Brüssel für Gesamteuropa getroffen werden?

Wen juckt es überhaupt, wenn Bröckchen für Bröckchen eine Ungereimtheit nach der anderen ans Tageslicht tritt, die wir alle erahnten, nie aber hätten greifen können, wenn nicht bewusst ihre Offenlegung betrieben worden wäre.
Wir Kleinen, so viel sollte stets klar sein, erfahren immer nur das, was für die Erhaltung des gesellschaftlichen Friedens gerade für ausreichend befunden wird. Und allemal nur dann, wenn schon andere Fäden gesponnen sind, die den Erhalt des menschenfeindlichen Konstrukts am Ende immer sichern. Damit wir uns einbilden können, alles würde gut, und voller Hoffnung weiter machen.

Sowieso frage ich mich, ob sie mit der Zahl 300 nicht viel zu sehr untertrieben haben ... Aber das spielt auch keine Rolle, denn ändern wird sich durch diese Berichterstattung - wieder einmals - NICHTS.

Mittwoch, 2. April 2008

Einesteils und andererseits und ausserdem ...

Herr Koch, dessen "Erfolgsgeschichte" bundesweit mit Spannung verfolgt wird, weiss, was er wert ist. Nicht nur wegen dieser viel zu gering geschätzten Nullkommaund Prozentpunkte, die seinen Wahlsieg bezeichnen. Regierungsunfähigkeit hin oder her. Jedenfalls steht er vor der stärksten Kraft des Hessischen Landtages und meldete demzufolge schon mal langfristig seinen Regierungsanspruch an. Und wirklich wird er nächstens Chef sein, wenn auch keiner mit einer Mehrheit.

Gleichwohl hat ihn das nicht gehindert, für die Mitglieder seiner Fraktion den "Oppositionszuschlag" zu beantragen. Was es nicht alles gibt! Und das ist keine kleine Sache, sondern ein sechsstelliger Betrag.

Wir wollen mal zu seinen Gunsten annehmen, dass er das aus reiner Fürsorglichkeit gegenüber seinen Fraktionsmitgliedern getan hat, nicht etwa aus der Einsicht heraus, dass einer, der keine Mehrheit hat, eigentlich gar nicht wirklich regieren kann.

Sonntag, 30. März 2008

Zeit des Erwachens

DIE ZEIT, die noch vor nicht vielen Monaten der Kultur des Gürtel-enger-Schnallens, zwar verhalten zweifelnd, aber dennoch verständig das Wort geredet hat, meldet nun Zweifel an. Und nicht etwa nur vage Zweifel an irgendwas, sondern solche am Funktionieren des Systems Kapitalismus.

Es gehört nicht viel Intelligenz zu der Erkenntnis, dass DIE ZEIT das Thema nicht aus dem hohlen Bauch heraus in ihr Blatt bringt (immerhin wählte man erst S.49 dafür!). Das Thema ist bereits da.
Die ewig Markt-Gläubigen sind längst in ihrem Optimismus gedämpft. Der Staat, der nurmehr die Rolle des Auffangens der Verlierer übernehmen sollte ("Nachtwächter"), wird zunehmend auch von den seinerzeitigen Gewinnern angerufen. Spätestens seit ein Herr Ackermann, der sich noch vor kurzer Zeit für alle Freiheit dieser Welt aussprach (einschliesslich seiner eigenen), die Rolle des Staates als Retter für legitim erkannte, ist die Diskussion opportun:

Es funktioniert vielleicht doch nicht.

Zumindest meldet man schon mal Hilfebedarf an, für den Fall, dass es nicht funktioniert, was immer öfter der Fall ist. Nicht, dass es je schon wirklich und für alle funktioniert hätte, gab man sich doch in der Vergangenheit gern der Illusion hin, es könnte zumindest für jene funktionieren, die sich "anstrengen". Seit jedoch die Prediger dieses weltumspannendes Fleisses selbst immer öfter auf die Nase fallen, sind sie froh, dass sie das Konstrukt Staat nicht längst schon abgeschafft haben, wie sie´s zwischendurch - zumindest sich selbst betreffend - gern getan hätten. (Denn natürlich ist es ungeheuer praktisch, sich keiner gesellschaftlichen Verantwortung mehr stellen zu müssen, seit durch HartzIV und eine unternehmensschonende Steuerpolitik ohnedies alle Tore offen stehen.)

Der Kleinverbraucher, Noch-Steuerzahler und Wähler, dem man in der Vergangenheit so dies und das an vermeintlich vernünftigem Verzicht eintrichterte, ist nun immerhin gut dafür, die Suppe auszulöffeln, von der andere den Hals nie voll bekamen ... solange sie noch schmeckte.

DIE ZEIT, um zum Anfang zurück zu kommen, hat nun auch keine Scheu mehr, auf Altvater Marx hinzuweisen, der´s schon vor langer, langer Zeit wusste, dass die Dinge so funktionieren und dabei eben nicht auf Dauer funktionieren können. Weil es nicht in der menschlichen Natur liegt, irgendwann genug zu kriegen und besonders altruistisch zu sein. Wenn ich etwas nicht sehen kann, das Elend der anderen zum Beispiel, schaue ich halt woanders hin. Und da das Kapital sich selbst keinerlei Handlungsschranken auferlegt, darf man auch schon mal vorsichtig darüber nachdenken, ob so ein Staat nicht vielleicht mehr zu tun habe, als den faulen Heilsversprechen zu glauben, die im Falle von Steuer- und anderen Begünstigungen die Schaffung von Arbeitsplätzen verheisst.
DIE ZEIT geht sogar noch weiter und beklagt, dass Konsum nicht alles ist, schon gar nicht mit Freiheit gleichgesetzt werden kann, solange die begeisterten - weil besitzenden - Konsumenten sich ihre Parallelwelt schaffen und alle anderen Werte, die beschlossenermassen das Mensch-Sein ausmachen, dabei den Bach runtergehen.

Während also DIE ZEIT mehr als zaghafte Zweifel an dem anmeldet, was der Grossteil der Welt als richtig, fortschrittlich und zukunftsweisend für sich beschlossen hat, steht Frau Ypsilanti in Hanau vor ihren Genossen und beschwört herauf, was nicht sein kann, weil´s nicht sein darf: Einen Politikauftrag, von Wählern erteilt, der sich aus diesen Grenzen heraus bewegt, obschon er dermaleinst ja irgendwie so im Parteiprogramm stand. Es war der einstige Parteivorsitzende Schröder, der alle Ideen der Sozialdemokratie über Bord und sich selbst den Geldsäcken an den Hals geschmissen hat. Denn wer auch wollte behaupten, dass der Einzelne stärker sein soll als das ganze System? Wenn man die Dinge nur richtig "kommuniziert", kann man in einer Demokratie alles werden, sogar ein Bundeskanzler, der sich hinterher als überschätzt erweist.
Genau diese Demokratie auch ist es, auf die Frau Ypsilanti sich beruft. Der Wähler in Hessen, so liest sie aus den Zahlen, hat sich für eine Rot-Rot-Grüne Politik ausgesprochen. Und diesem Wunsch will sie - wie genau, das weiss sie noch nicht - aber immerhin folgen. Man möge ihr Wortbruch oder was auch immer vorwerfen; es könne jedoch kein Wortbruch sein, die Politik zu machen, die man versprochen habe.

Wir werden Frau Ypsilanti im Auge behalten. Nicht nur, weil sie sich von der Bundesparteizentrale nicht in ihre Politik hineinreden lässt, sondern auch, weil sie - vielleicht - die Zeichen der Zeit besser verstanden hat als manch anderer: Denn es geht tatsächlich nicht um unüberlegte Koalitionsaussagen, sondern um versprochenes politisches Handeln. Vielleicht kann ein Wertewandel in dieser Gesellschaft damit beginnen, Versprechen vor der Wahl nach der Wahl einzuhalten?

Samstag, 29. März 2008

Hätte nicht ...

... die BLÖD-Zeitung damit gettitelt, hätte ich wohl nicht so sehr auf die Berichte geachtet. Vielmehr haben die da geschrieben, dass sich die Politiker wieder mal selbst mehr Geld gegeben haben. Und die Rentner - prozentual - nur halb so viel kriegen. Und um Letztere, die Rentner, geht´s ja.

Über die nämlich berichteten sie in den Fernsehnachrichten, dass deren Erhöhung statt der 2,1 Milliarden nun neunkommaund Millarden kosten wird. Jene Zahl wiederum bezieht sich auf die Zeit bis 2010.
Und natürlich haben sie auch ein paar von den Politikern gefunden, die - wir erinnern uns - sich ihr Geld selbst doppelt so hoch erhöht haben, und nun fanden, die Rentenerhöhung müsse "kostenneutral" vor sich gehen. Was ja irgendwie bei den Diäten auch nicht der Fall ist. ( Aber danach haben sie ja auch nicht gefragt.) Und auch die Preiserhöhungen sind irgendwie nicht ganz so kostenneutral. Übrigens reden wir von durchschnittlichen Rentenerhöhungen zwischen 8 und 10 Euro im Monat ...

Und da habe ich mich gefragt, wo die Relationen sind: 6 Milliarden auf einen Schlag an die IKB-Bank und 9 Milliarden, verteilt auf drei Jahre, an alle Rentner. Und das Eine geht ganz locker. Das Andere aber ist vollkommen unhaltbar. Und irgendwie kommen sie uns mit den Löhnen und Gehältern im Öffentlichen Dienst ja von der gleichen Seite: Alles unangemessen, wenn nicht gar unverschämt. Und von der gestiegenen Inflationsrate redet kein Mensch.

Es kommt eben immer auf den Standpunkt des Betrachters an!




Und beim nächsten Mal fragen wir uns, welcher Betrachter hinter den Tornados in Afghanistan steckt. Die waren ja auch nicht ganz umsonst.

Gestern beim Metzger

Nach mir betritt ein kleines, verknautschtes Mütterchen mit zerzauster, weisser Kaltwellfrisur den Laden.

Schlagartige Stille!

Das Mütterchen lächelt schelmisch und sagt: "Sie haben nicht gedacht, mich noch mal zu sehen? --- Nene, ich bin dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen!"

Und dann haben sie alle gelacht und sich gegenseitig berichtet, wie der Sohn des Mütterchens, diesmal auch dabei, beim letzten Mal gekommen war und alles erzählt hatte. Und alle fanden es einen königlichen Scherz, dass das Mütterchen den Sprung geschafft hat und noch darüber lachen kann.

Tja, hier auf dem Land gehen sie noch ganz anders mit dem Tod um ...

Freitag, 7. März 2008

Der Umfall

Einmal nur, eben dieses eine einzige Mal hätte ich mir gewünscht, was sonst alleweil von mir verdammt wird: Ein bißchen mehr Verlogenheit in der Politik. Letztlich sind wir´s ja gewöhnt, und was diese Sache angeht, hätte sie wenigstens mein persönliches Einverständnis gefunden und auch irgendwie dem bekundeten Wählerwillen entsprochen.

Ja, ich rede von Hessen, wo wieder einmal eine Frau (wir erinnern uns: beinahe die gleiche Geschichte erlebten wir 2005 in Schleswig-Holstein bei Heide Simonis) über einen Königsmörder aus den eigenen Reihen stolperte.
Ein Mann, davon bin ich überzeugt, hätte sich mit Macht, Autorität und jedweder Art von Druck durchgesetzt oder es "ausgesessen" wie dunnemals unser Altkanzler Kohl die meisten seiner Probleme ausgesessen hat. D e r konnte das gut!

Im Gegensatz zu Frau Simonis, die die Schlappe seinerzeit erst nach dem vierten Wahlgang glauben mochte, will Frau Ypsilanti es gar nicht erst darauf ankommen lassen. Und auch eine Neuwahl ist nicht im Gespräch, obschon Herr Koch, der nun als einziger Kandidat zur Ministerpräsidentenwahl zur Verfügung steht, nie und nimmer die gewünschte und erforderliche Mehrheit zusammen bringt. Denn die Buhlerei um die Grünen scheint in Hessen sehr viel weniger erfolgversprechend als in Hamburg. Zu verschieden sind die Standpunkte und Charaktere, einen zu harten Kurs hat Koch im Vorfeld gefahren. Zu viele persönliche Animositäten auch wurden in der Vergangenheit aufgerührt.

Einen gewissen Charme hat die Sache bei aller Enttäuschung aber doch, auch wenn der Herr Koch einstweilen bleibt, wo er ist: Er muß machen, was die Mehrheit von ihm will. Und die ist und bleibt Rot-Grün.

Motto:

Meine Bilder kann man kaufen. Meine Texte und meine Meinung nicht. D-J

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